Dienstag , 20. Oktober 2020
Feuerwehrleute löschen in Altona ein brennendes Auto. Am Freitag wurde das Urteil im Prozess um die G20-Ausschreitungen an der Elbchaussee verkündet. Quelle: Bodo Marks/dpa

Prozess zu G20-Randale in Hamburg: Haftstrafen für drei Angeklagte

Knapp drei Jahre nach den Randalen beim G20-Gipfel in Hamburg sind drei Angeklagte verurteilt worden. Gegen einen 24-Jährigen aus Frankreich etwa wurde eine Haftstrafe von drei Jahren verhängt. Die Staatsanwaltschaft hatte allerdings deutlich höhere Strafen gefordert.

Hamburg. Im Zusammenhang mit dem gewalttätigen Aufmarsch an der Hamburger Elbchaussee beim G20-Gipfel hat das Landgericht am Freitag drei der fünf Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt.

Ein 24-Jähriger aus Frankreich wurde wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Beihilfe zur Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig gesprochen. Er bekam eine Strafe von drei Jahren.

Ein 26-Jähriger aus Hessen erhielt ein Jahr und fünf Monate Haft auf Bewährung, ein 24-Jähriger Hesse eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die beiden anderen, zwei junge Männer aus Hessen im Alter von 20 Jahren, müssen wegen Landfriedensbruchs 20 Arbeitsleistungen erbringen.

Staatsanwaltschaft fordert deutlich höhere Strafen

Die Staatsanwaltschaft hatte deutliche härtere Strafen zwischen zweieinhalb und fast fünf Jahren gefordert. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert. Die Angeklagten waren nach Überzeugung der Jugendkammer unter den rund 220 schwarz Vermummten, die am Morgen des 7. Juli 2017 über die Elbchaussee zogen.

Aus dem Aufzug heraus wurden Autos und Gebäude angezündet, zahlreiche Scheiben eingeschlagen und Häuser mit Farbe beschmiert.

RND/dpa