Montag , 21. September 2020
Die UN prognostizierte einen Anstieg der Arbeitslosigkeit und Armutsrate. Quelle: imago images/Cris Faga

Neuer Coronavirus-Hotspot: Enorme Pandemie-Auswirkungen in Lateinamerika und Karibik

Die Infektionszahlen in Lateinamerika und in der Karibik steigen weiter an. Die UN erwartet eine tiefe Rezession in den Ländern. Besonders hart könnte es die ärmsten Menschen der Region treffen.

New York. Lateinamerika und die Karibik sind laut den Vereinten Nationen zum neuen Hotspot der Coronavirus-Pandemie geworden und müssen mit einer tiefen Rezession rechnen. Mehrere Länder in der Region hätten mittlerweile die höchsten Infektionsraten, gemessen an der Bevölkerung und in absoluten Zahlen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Donnerstag in einer Videomitteilung und einem Bericht.

“Covid-19 repräsentiert eine massiven gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Schock mit einem immensen menschlichen Tribut für die Länder Lateinamerikas und der Karibik”, hieß es in dem UN-Bericht. “Es wird erwartet, dass es zur tiefsten Rezession seit Menschengedenken führen wird.”

Armutsrate könnte weiter steigen

In dem Bericht wurde ein Anstieg der Arbeitslosigkeit von 8,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 13,5 Prozent prognostiziert, mehr als 44 Millionen Menschen wären davon betroffen. Die Armutsrate könnte dem Bericht zufolge von 30,2 Prozent auf 37,2 Prozent steigen, was 230 Millionen Menschen treffen würde.

In Lateinamerika und der Karibik herrschen Guterres zufolge bereits krasse Ungleichheiten, ein hohes Maß informeller Arbeit und ein fragmentiertes Gesundheitssystem. Die verletzlichsten Menschen würden vom Coronavirus „wieder einmal am härtesten getroffen“, so Guterres.

RND/AP