Donnerstag , 1. Oktober 2020
Kandidat für den CDU-Vorsitz: Friedrich Merz (CDU). Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Friedrich Merz zur CDU-Frauenquote: “Ich bleibe skeptisch”

Die CDU-Spitze hat sich auf eine innerparteiliche Frauenquote geeinigt, die noch vom Parteitag im Dezember abgesegnet werden muss. Zurückhaltend auf den Kompromiss reagierte der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz. Er nannte Quoten „allenfalls die zweitbeste Lösung“.

Berlin. Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, hat zurückhaltend auf den Kompromiss der Parteispitze für eine schrittweise Frauenquote von 50 Prozent bis 2025 reagiert. „Ich bleibe skeptisch“, sagte er Focus Online. „Quoten sind allenfalls die zweitbeste Lösung.“ Er lehnte den Vorschlag der Satzungskommission aber nicht von vornherein ab. Vielleicht gebe es bessere Lösungen.

„Jetzt kommt es darauf an, mit der Partei gemeinsam eine wirklich tragfähige und konsensfähige Antwort zu finden“, sagte Merz. „Aber fest steht: Wir müssen hier vorankommen.“ Es gehe um eine Lösung, die von möglichst vielen mitgetragen werde. Zur Ausgangslage sagt der 64-Jährige: „Keine Frage: Die CDU hat Nachholbedarf.“

Norbert Röttgen befürwortet Kompromiss

Die Struktur- und Satzungskommission der CDU hatte sich am Mittwoch nach langen Verhandlungen auf einen Kompromiss bei der Frauenquote verständigt. Die Quote soll für Vorstandswahlen ab der Kreisebene gelten. Die endgültige Entscheidung muss aber der Parteitag im Dezember treffen, bei dem auch ein neuer CDU-Vorsitzender gewählt werden soll.

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen, der sich wie Merz um den Parteivorsitz bewirbt, hat sich bereits hinter den Kompromiss der Parteispitze gestellt. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der ebenfalls kandidiert, hat sich öffentlich bisher nicht zum Quoten-Kompromiss geäußert.

RND/dpa