Donnerstag , 24. September 2020
Jeanine Anez, Interimspräsidentin von Bolivien. Quelle: Juan Karita/AP/dpa

Boliviens Interimspräsidentin Áñez mit Corona infiziert

In mehreren lateinamerikanischen Ländern haben die Corona-Infektionen zuletzt stark zugenommen, in Bolivien wurden insgesamt 42.984 Infektionen registriert. Nun ist auch Interimspräsidentin Áñez positiv auf das Virus getestet worden. Und es gibt weitere Fälle in der Regierung.

La Paz. Die Übergangspräsidentin Boliviens, Jeanine Áñez, ist mit dem Coronavirus infiziert. “Ich fühle mich gut, ich fühle mich stark”, schrieb Áñez auf Twitter.

Drei Kabinettsmitglieder wurden ebenfalls positiv getestet, darunter Gesundheitsministerin María Eidy Roca und Minister der Präsidentschaft Yerko Martin Núñez, der ins Krankenhaus kam.

Zunahme an Corona-Infektionen in Lateinamerika

Áñez kündigte an, für 14 Tage in Isolation zu bleiben, jedoch aus der Präsidentinnenresidenz weiterzuarbeiten. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden in dem südamerikanischen Andenland 42.984 Infektionen registriert, 1557 Menschen starben mit dem Virus.

Krankenhäuser in manchen Regionen seien überfordert. Aus der Stadt Cochabamba wurde berichtet, dass Leichen auf der Straßen lagen und tagelang auf die Abholung von Särgen gewartet werden musste.

In mehreren lateinamerikanischen Ländern haben die Infektionen zuletzt stark zugenommen. Neben dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ist auch der venezolanische Parteichef der Sozialisten, Diosdado Cabello, infiziert. Der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández wurde im Juni positiv getestet und kam kurzzeitig ins Krankenhaus.

In Bolivien soll am 6. September die Präsidentschaftswahl abgehalten werden. Áñez liegt Umfragen zufolge auf Platz drei. Der frühere Wirtschaftsminister Luis Arce, der die Partei Bewegung zum Sozialismus des aus dem Amt vertriebenen Expräsidenten Evo Morales repräsentiert, liegt vorne, Expräsident Carlos Mesa auf Platz zwei.

RND/AP