Montag , 28. September 2020
Die Bundesanwaltschaft veranlasste im Dezember 2019 Maßnahmen gegen einen mutmaßlichen Spion im Bundespresseamt. Der Mann soll für einen ägyptischen Geheimdienst gearbeitet haben.

Mitarbeiter des Bundespresseamtes soll für Ägypten spioniert haben

Über mehrere Jahre soll ein Mitarbeiter des Bundespresseamtes für einen ägyptischen Geheimdienst spioniert haben. Bis er 2019 aufflog und sich die Bundesanwaltschaft einschaltete. Öffentlich wurde der Fall erst jetzt nach der Veröffentlichung des neuen Verfassungsschutzberichts.

Berlin. Ein Beschäftigter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung steht im Verdacht, über Jahre hinweg für einen ägyptischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Das Bundeskriminalamt habe im Dezember 2019 im Auftrag des Generalbundesanwaltes „Exekutivmaßnahmen“ gegen den Mann durchgeführt, heißt es im Verfassungsschutzbericht, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn dauere noch an.

Der Generalbundesanwalt bestätigte „Bild“, dass gegen den Mann wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit ermittelt werde. Nach „Bild“-Informationen handelt es sich um einen Mitarbeiter des Besucherdienstes, dessen Räumlichkeiten durchsucht wurden. Der Mann soll demnach im mittleren Dienst tätig gewesen sein.

Schwerpunkt der Aktivitäten des ägyptischen Geheimdienstes in Deutschland sei es, Erkenntnisse über in Deutschland lebende Oppositionelle zu gewinnen, stellt das Bundesamt für Verfassungsschutz in seinem Jahresbericht 2019 fest. Der Fokus liegt dabei den Angaben zufolge vor allem auf Angehörige der Muslimbruderschaft.

RND/dpa