Donnerstag , 22. Oktober 2020
Paschal Donohoe, Finanzminister und Abgeordneter im Unterhaus des Parlaments in Irland, wurde zum neuen Chef der Eurogruppe gewählt. Quelle: Niall Carson/PA Wire/dpa

Irlands Finanzminister Paschal Donohoe wird neuer Eurogruppenchef

Der irische Finanzminister Paschal Donohoe wird neuer Chef der Eurogruppe. Der Politiker der bürgerlichen Partei Fine Gael wurde bei seiner Wahl von der konservativen EVP unterstützt. Donohoe fordert eine Rolle der Eurogruppe im Ringen um das geplante EU-Wiederaufbaupaket nach der Corona-Krise

Brüssel. Er war der jüngste im Feld der Bewerber und setzte sich am Ende durch: Paschal Donohoe wird neuer Chef der Eurogruppe. Der 45-jährige Politiker der bürgerlichen Partei Fine Gael ist seit Juni 2017 Finanzminister seines Landes und war vorher unter anderem Verkehrs- und Europaminister.

Seine politische Zukunft schien während der langwierigen irischen Regierungsbildung in den vergangenen Monaten zeitweise unsicher. Erst kürzlich einigte sich seine Fine Gael mit der ebenfalls bürgerlichen Fianna Fail und den Grünen auf einen Koalitionsvertrag. Als der bisherige Eurogruppen-Chef Mario Centeno seinen Rückzug erklärte, warf er seinen Hut in den Ring und erhielt schnell die offizielle Unterstützung der christdemokratischen Parteienfamilie Europäische Volkspartei.

Corona-Krise dürfte im Mittelpunkt seiner Amtszeit stehen

Der verheiratete Vater zweier Kinder hat einen Abschluss in Politik und Wirtschaft von der University of Dublin. In seiner Bewerbung beschrieb er sich als „starke irische und europäische Stimme im Zentrum der EU-Wirtschaftspolitik“ und als Brückenbauer. Sein Land war in der Eurokrise zeitweise auf Hilfen der Europartner angewiesen. Durch die EU-Mitgliedschaft hätten sich Wirtschaft und Gesellschaft Irlands so stark verändert, dass sie kaum wiederzuerkennen seien, schrieb Donohoe.

In Interviews forderte Donohoe in den vergangenen Tagen eine Rolle der Eurogruppe im Ringen um das geplante EU-Wiederaufbaupaket nach der Corona-Krise. Und diese Krise dürfte ihn in den zunächst zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit auch am meisten beschäftigen. Er wolle „eine faire und inklusive wirtschaftliche Erholung für alle sichern“ und stelle sich der Herausforderung mit Entschlossenheit, schrieb Donohoe nach seine Wahl auf Twitter.

RND/dpa