Freitag , 30. Oktober 2020
Brasilien, Porto Velho: Blick auf ein abgeholztes Waldstück in der Mitte eines Waldgebietes im Amazonasgebiet. Quelle: Victor R. Caivano/AP/dpa

Nach Investoren-Druck: Brasilien will Abholzung von Regenwald bremsen

Brasilien will die Abholzung seines Regenwaldes im Amazonas bremsen. Der Grund: Druck aus der Wirtschaft. Dutzende Unternehmen sorgten sich offenbar um das Image der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Brasília. Angesichts des steigenden Drucks aus dem Wirtschaftssektor will die brasilianische Regierung die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes bremsen.

Mit Polizeieinsätzen gegen illegale Holzfäller, mehr Regulierung und zusätzlichen Mittel für den Umweltschutz solle die Abholzung “Stück für Stück auf ein akzeptables Maß” gesenkt werden, sagte Vizepräsident Hamilton Mourão am Donnerstag nach einer Videokonferenz mit europäischen Investoren.

Umweltminister Ricardo Salles kündigte laut dem Nachrichtenportal G1 an, Brandrodungen im Amazonasgebiet für 120 Tage zu verbieten.

Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Valor Econômico“ hatten zuvor 38 brasilianische und ausländische Firmen die Regierung zu konkreten Schritten gegen die Abholzung aufgerufen. Sie sorgten sich offenbar um das Image der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Beispielsweise treten wegen der Abholzung des Regenwaldes bereits einige EU-Länder bei der Umsetzung des Freihandelsabkommens der Europäischen Union mit dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur spürbar auf die Bremse.

Bolsonaro will weiter abholzen

Ob Brasilien nun tatsächlich seine Bemühungen gegen die Abholzung erhöht, ist fraglich.

Präsident Jair Bolsonaro sieht den Regenwald vor allem als ungenutzte Wirtschaftsfläche und hat sich Ratschläge aus dem Ausland in der Vergangenheit stets verbeten. Zuletzt trieb er ein Gesetz voran, mit dem der Raub von Ländereien im Amazonasgebiet beispielsweise durch Farmer nachträglich legalisiert werden soll.

RND/dpa