Mittwoch , 28. Oktober 2020
Ein Helm schützt vor Kopfverletzungen. Quelle: Robert Günther/dpa-tmn

Hessen erlaubt Mopedfahren ab 15: Bundesregelung fehlt

Das Mindestalter für die Moped-Fahrerlaubnis wird auch in Hessen herabgesetzt. Damit wird die Mobilität junger Menschen gefördert – vor allem auf dem Land. Doch eine bundeseinheitliche Regelung fehlt.

Wiesbaden. In Hessen können Jugendliche künftig bereits im Alter von 15 statt 16 Jahren mit Führerschein Mopedfahren. Eine entsprechende Verordnung tritt am 10. Juli in Kraft, wie das Hessische Verkehrsministerium in Wiesbaden am Donnerstagmorgen mitteilte.

Seit vergangenem Dezember können die Bundesländer über eine solche Alterssenkung selbst entscheiden. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Thüringen wurde dies schon umgesetzt. Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen verzichteten hingegen auf diese Möglichkeit.

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sagte: „Für junge Menschen ist von den Eltern unabhängige Mobilität sehr wichtig.“ Dies sei vor allem für Jugendliche auf dem Land interessant, etwa wenn es darum geht, zur Schule oder zum Ausbildungsbetrieb zu kommen.

Der Minister sorgt sich nach eigenen Angaben aber auch, dass die Unfallzahlen steigen könnten. Denn motorisierte Zweiräder verunglückten besonders häufig im Straßenverkehr. Deswegen wolle Hessen die Änderung und deren Auswirkungen drei Jahre lang beobachten. Dann solle entschieden werden, ob Mopedfahren ab 15 dauerhaft erlaubt wird.

Der ADAC Hessen-Thüringen begrüßt den Schritt, ebenso wie die FDP. Die Mobilität junger Menschen werde gefördert, befand der Verkehrsclub. Bisherige Untersuchungen hätten auch gezeigt, dass die Alterssenkung beim Mopedführerschein nicht zu überproportional vielen Unfällen führe. Der Zugewinn an Mobilität sei höher zu gewichten.

Ein großer Nachteil sei aber laut des ADAC-Sprechers: „Es wäre jedoch eine bundeseinheitliche Regelung wünschenswert gewesen, da einige Jugendliche an Landesgrenzen aufgrund der unterschiedlichen Gesetzeslage ihren Roller stehen lassen müssen.“

RND/cle/dpa