Der JU-Vorsitzende Tilman Kuban ist zufrieden mit dem Kompromiss zur Frauenquote. Quelle: Xander Heinl/photothek.net Marienstr. 31 10117 Berlin www.photothek.net +49-(0)30-28097440

JU-Chef Kuban verteidigt Zustimmung zur Frauenquote

Die Junge Union war bislang skeptisch gegenüber einer Frauenquote. Ihr Vorsitzender Tilman Kuban findet dennoch, dass der Beschluss der CDU-Satzungskommission, der die Quote enthält, ein guter Kompromiss ist. Einiges sei verhindert worden – und für die junge Generation gebe es nun mehr Einflussmöglichkeiten.

Berlin. Die Junge Union hat ihre Zustimmung zu einer Frauenquote in der CDU als Kompromiss verteidigt, bei dem auch Vorteile für die junge Generation herausgehandelt worden seien.

“Die Junge Union hat sich kompromissbereit gezeigt, um eine Lösung zu finden”, sagte der JU-Vorsitzende Tilman Kuban dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er sei überzeugt, “dass es besser ist, konstruktiv mitzugestalten, als sich durch eine pauschale Ablehnung ins Abseits zu stellen.”

Kuban hob hervor: “Es gibt keine generelle Quote für alle Vorstandsposten, wir greifen nicht in die Kandidatenaufstellung für Parlamente, Bürgermeister und Landräte ein und die junge Generation muss zwingend Teil der Parteispitze sein.”

Die Junge Union habe durchgesetzt, “dass es künftig in allen CDU-Vorständen ab der Kreisverbandsebene einen Jugendstellvertreter geben wird.” Zudem stehe es allen Vereinigungen, also etwa der Mittelstandsunion (MIT), frei, ob sie die Quotenregelungen anwenden wollten. Ziel sei es, mehr Frauen für die CDU zu begeistern. Die Quote sei aber gleichwohl “kein Allheilmittel”.

Kuban machte deutlich, dass er noch Auseinandersetzungen über die Einführung der Frauenquote erwartet. “Bis zum Parteitag im Dezember wird in Bezug auf den Kompromiss noch viel Überzeugungsarbeit nötig sein”, sagte er. “Ich werde dafür werben, weiß aber auch, dass es in der Jungen Union starke Stimmen gegen den Kompromiss gibt.”

“Volksparteien zeichnet aus, dass sie unterschiedliche Interessen zusammenführen und Kompromisse finden”, sagte Kuban weiter. Dies sei nach langen und intensiven Verhandlungen gelungen. “Wir haben dabei alle in dem Geiste, das Beste für die CDU zu erreichen, diskutiert.”

Die Satzungskommission der CDU hatte sich in der Nacht zum Mittwoch nach stundenlangen Verhandlungen dafür ausgesprochen, eine Frauenquote für Vorstandsposten und für Delegiertenwahlen einzuführen. Bei der Aufstellung von Wahllisten wird eine Quote als Möglichkeit genannt. Gültig wird die Satzungsänderung erst, wenn ein Parteitag ihr zugestimmt hat.

Von Daniela Vates/RND