Mittwoch , 28. Oktober 2020
Die Sonne strahlt über den Bergspitzen in Tibet (Symbolfoto). Quelle: Chogo/XinHua/dpa

Streit um Tibet: USA beschränken Visa für Chinesen – China für US-Bürger

Das Verhältnis zwischen den USA und China hatte sich in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Krise eingetrübt. Außerdem gibt es Streit um den Zugang zur Region Tibet. Infolgedessen haben die USA nun Visa-Beschränkungen für Chinesen angekündigt – und China für US-Bürger.

Peking. Nach der Ankündigung von US-Sanktionen wegen eines Streits um den Zugang zur Region Tibet hat China seinerseits Beschränkungen gegen die USA angekündigt. US-Bürger, die sich in Tibet-Fragen „schlecht benehmen“, würden künftig mit Visabeschränkungen belegt, sagte Zhao Lijian, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums, am Mittwoch in Peking. Damit reagierte China auf zuvor von den USA angekündigte Einreisebeschränkungen für Chinesen.

„Leider hat Peking weiterhin systematisch Reisen von US-Diplomaten und anderen Beamten, Journalisten und Touristen in die Autonome Region Tibet und in andere tibetische Gebiete behindert“, hatte zuvor US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag (Ortszeit) mitgeteilt. Deshalb würden mit sofortiger Wirkung entsprechende Einreisebeschränkungen gegen Personen erlassen, die in der chinesischen Regierung oder in der Kommunistischen Partei „maßgeblich an der Formulierung oder Durchführung von Richtlinien für den Zugang von Ausländern zu tibetischen Gebieten beteiligt sind“.

Autonome chinesische Region im Hochland des Himalaya

Tibet ist eine autonome chinesische Region im Hochland des Himalaya. Der völkerrechtliche Status des Gebiets ist umstritten, die tibetische Regierung mit dem Dalai Lama lebt im indischen Exil. Chinas Führung unterdrückt Unabhängigkeitsbestrebungen der etwa fünf bis sieben Millionen Tibeter und beschränkt auch die Reisen von Ausländern in das Gebiet.

Der Zugang zu Tibet sei von großer Wichtigkeit für die Stabilität der Region angesichts der Menschenrechtsverletzungen dort, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums in Washington.

Das Verhältnis zwischen den USA und China hatte sich in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Krise eingetrübt. Im Mai waren bereits Aufenthaltsgenehmigungen von chinesischen Journalisten in den Vereinigten Staaten auf 90 Tage begrenzt worden.

RND/dpa