Freitag , 25. September 2020
Migranten gehen an der Boiler Wharf von Bord. Quelle: Jonathan Borg/XinHua/dpa

Malta lässt gerettete Migranten von Tierfrachter an Land

Ein für Tiertransporte ausgerichteter Frachter hatte am Freitag mehr als 50 Menschen gerettet. Mehrere Tage lang hat die Crew den Angaben zufolge versucht, die Behörden in Malta und auch Italien zu erreichen. Nun hat Malta die Migranten an Land gelassen.

Valletta. Malta hat 51 von einem Frachter gerettete Migranten an Land genommen. Die Armee holte die Menschen mit einem Schiff in der Nacht zum Mittwoch von dem libyschen Cargoschiff „MV Talia“ ab, wie die gemeinnützige Organisation Alarm Phone berichtete.

Auf Fotos war zu sehen, wie die Menschen an Land gingen. Sie wurden in Aufnahmezentren gebracht. Der für Tiertransporte ausgerichtete Frachter hatte den Angaben zufolge am Freitag 53 Menschen gerettet und mehrere Tage lang versucht, die Behörden in Malta und auch Italien zu erreichen. Zwei der Migranten wurden aus medizinischen Gründen bereits am Sonntag nach Malta gebracht. Unklar war zunächst, woher die Menschen stammen und was nun mit ihnen geschehen soll.

Malta und Italien hatten sich in der Corona-Pandemie zu nicht sicheren Häfen erklärt. Trotzdem brechen Migranten von Libyen und Tunesien in Richtung Europa auf. Rom und Valletta nahmen zuletzt zwar wieder Menschen von Schiffen auf, doch die Länder zögern mit der Zuweisung von Häfen oft lange. Sie fordern von anderen EU-Staaten regelmäßig Zusagen für die Weiterverteilung der Menschen.

Alarm Phone, die eine Hotline für Migranten betreibt, hatte eigenen Angaben zufolge Anrufe erhalten, als die Menschen sich mit ihrem Boot bereits in der Such- und Rettungszone Maltas befanden. Die Behörden hätten jedoch „wiederholt“ den Hörer aufgelegt, als die Wohltätigkeitsorganisation bei ihnen angerufen habe.

Die Männer und Frauen hätten auf dem Boden in den leeren Ställen schlafen müssen, weil der raue Seegang ein Verbleib an Deck unmöglich gemacht habe, hieß es. „Mein Schiff ist dafür gedacht, Tiere zu transportieren und keine Menschen“, sagte der Kapitän. „Auch wenn wir es geschafft hätten, alles sauber zu halten, wäre es für Menschen nicht geeignet gewesen.“

RND/dpa