Sonntag , 27. September 2020
Auf Tönnies kommen hohe Kosten zu: Landrat Sven-Georg Adenauer will den Betrieb für die notwendigen Maßnahmen nach dem Corona-Ausbruch zahlen lassen. Quelle: Guido Kirchner/dpa

Nach Corona-Ausbruch: Landrat will Tönnies Kosten in Rechnung stellen

Mehr als 1500 Mitarbeiter infizierten sich in dem Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit dem Coronavirus. Es folgte ein Lockdown für den Kreis Gütersloh, Tausende wurden getestet. Der zuständige Landrat will dem Betrieb die entstandenen Kosten in Rechnung stellen.

Gütersloh. Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies für die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht.

“Irgendwann wird ihm diese Rechnung auch präsentiert werden, zumindest das, was wir als Kreisverwaltung an Kosten hatten”, sagte der CDU-Politiker ohne eine Summe zu beziffern am Dienstag. “Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden”, sagte Adenauer.

Auch eine gerichtliche Auseinandersetzung über die Kostenübernahme schloss der Landrat nicht aus.

Konzept zur Wiederaufnahme des Betriebs

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen über das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs.

Am Dienstag fanden dazu Begehungen auf dem Werksgelände statt. “Wir wollen wirklich in jeden Winkel hineinschauen”, erklärte der Landrat. Auch das Amt für Arbeitsschutz, das Gesundheitsamt und Veterinäre seien dabei.

Schließung noch bis mindestens 17. Juli

„Ich wage überhaupt keine Prognose, wann das Werk wieder arbeiten wird, wie es arbeiten wird“, sagte Adenauer. Das Hygienekonzept gehe „in Teilen in die richtige Richtung. Erfüllt aber noch längst nicht alles, was erforderlich ist. Da muss das Unternehmen noch nacharbeiten und ich gehe davon aus, dass das Unternehmen das auch tun wird“, so Adenauers Einschätzung.

Die Schließungsverfügung läuft bis zum 17. Juli. “Wenn man dieses Datum einhalten will, dann muss sich die Firma in die Hände spucken”, sagte Adenauer. Im Fokus stehen demnach die Belüftung, aber auch die Frage, wie man sicherstellen könne, dass Abstandsregeln und Mundschutzpflicht eingehalten werden.

RND/dpa