Montag , 28. September 2020
Mitglieder des FSB im Einsatz. (Archivbild) Quelle: imago images/ITAR-TASS

Russland: Geheimdienst hat angeblichen Nato-Spion festgenommen

Ein Mann, der angeblich Nato-Spion sein soll, ist vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB festgenommen worden. Den Angaben zufolge soll er Staatsgeheimnisse weitergegeben haben. Weder die Beratertätigkeit des Mannes noch seine frühere Arbeit als Journalist sollen damit im Zusammenhang stehen.

Moskau. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einen prominenten Berater der Raumfahrtbehörde Roskosmos wegen Hochverrats festgenommen. Der 30-jährige Iwan Safronow habe für die Nato Informationen gesammelt und diese auch übergeben, teilte der FSB in Moskau der Agentur Interfax zufolge am Dienstag mit.

Dabei habe es sich auch um Staatsgeheimnisse zur militär-technischen Kooperation, Verteidigung und nationalen Sicherheit Russlands gehandelt, teilte der FSB mit. Der Geheimdienst veröffentlichte auch ein Video von der Festnahme.

Nach einer Mitteilung von Roskosmos steht die Festnahme nicht im Zusammenhang mit Safronows Arbeit bei der Behörde, wo er den Chef Dmitri Rogosin berät und für Kommunikationsaufgaben zuständig ist. Er war im Mai zu Roskosmos gewechselt. Safronow ist ein bekannter Journalist in Russland, der auch bei der Zeitung „Kommersant“ gearbeitet und dort unter anderem über militärische Angelegenheiten berichtete hatte.

Kreml: Kein Zusammenhang mit journalistischer Arbeit

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, dass die Festnahme nicht im Zusammenhang mit Safronows früherer journalistischen Arbeit stehe. Details seien dem Kreml aber nicht bekannt. Auch Präsident Wladimir Putin sei nicht informiert worden, sagte Peskow. Er gehe davon aus, dass die Spionageabwehr Russlands Qualitätsarbeit abliefere.

Safronow soll Medien zufolge einen Bericht im „Kommersant“ über russische Waffenexporte geschrieben haben, der Geheimnisse beinhaltet haben könnte. In einem Artikel sei es um Lieferungen von Kampfjets an Ägypten gegangen. Der Beitrag wurde von der Internetseite gelöscht. Safronows Vater war ebenfalls „Kommersant“-Korrespondent, der über militärische Belange schrieb. Er kam 2007 unter mysteriösen Umständen bei einem Fenstersturz ums Leben.

RND/dpa