Freitag , 18. September 2020
CDU-Politiker Philipp Amthor. Quelle: imago images/Jens Schicke

Bericht: Amthors Optionen bis zu 250.000 Dollar wert – Tatsächlicher Wert unklar

CDU-Politiker Philipp Amthor hat Lobbyarbeit für das US-Unternehmen Augustus Intelligence betrieben. Die Aktienoptionen, die er dafür erhielt, wären laut einem Bericht bis zu einer Viertelmillion Dollar wert gewesen – der tatsächliche Wert bleibt allerdings unklar. Amthor will die Optionen zurückgegeben haben, doch einen Nachweis dafür bleibt er bislang schuldig.

Berlin. Die Aktienoptionen von CDU-Politiker Philipp Amthor bei dem US-Unternehmen Augustus Intelligence hätten offenbar bis zu 250.000 Dollar wert sein können. Das berichtet das “Handelsblatt” unter Berufung auf der Zeitung vorliegende Dokumente.

Demnach erhielt Amthor 2817 Optionen, Anteile an der Firma zu kaufen. Jede Aktie der Firma besaß laut “Handelsblatt” zuletzt einen Wert von 88,76 Dollar, was multipliziert 250.036,92 Dollar ergibt. Fraglich ist allerdings, welchen Optionspreis Amthor und Augustus Intelligence vereinbart hatten. Der tatsächliche Wert ist deshalb weiter unklar und liegt vermutlich deutlich unter der genannten Marke von 250.000 Dollar.

Wie der “Spiegel” vor Kurzem aufdeckte, hatte Amthor Lobbyarbeit für die Firma betrieben und dafür im Gegenzug einen Direktorenposten sowie Aktienoptionen erhalten. Profitiert hätte Amthor aber erst, nachdem er die Aktien gekauft hätte.

Dann nämlich, wenn das Unternehmen eine Wertsteigerung erzielt hätte. Denn der Preis, zu dem ein Besitzer von Aktienoptionen die Aktien kaufen kann, liegt dem “Handelsblatt” zufolge häufig beim Wert der Aktie zum Zeitpunkt der Zuteilung. Vor diesem Hintergrund hätte Amthor mit weiterer Lobbyarbeit massiv profitieren können.

Laut Bundestagsverwaltung ist die Übertragung von Aktienoptionen nicht anzeigepflichtig, weshalb die FDP zuletzt gefordert hatte, dies zu ändern.

Nach heftiger Kritik hatte Amthor laut eigenen Angaben die Aktienoptionen zurückgegeben und seinen Posten als Direktor niedergelegt. Das Engagement für Augustus Intelligence bezeichnete er als “Fehler”. Die große Koalition hatte sich nach dem Fall auf die Einführung eines Lobbyregisters verständigt.

Hat Amthor die Aktienoptionen tatsächlich zurückgegeben?

Wie das “Handelsblatt” weiter berichtet, hat die Zeitung Amthor aufgefordert, den Vertrag über die Optionsvergabe vorzulegen. Vor allem, um zu prüfen, ob er die Optionen tatsächlich zurückgegeben hat und wie hoch deren Gegenwartswert gewesen wäre.

Der Zeitung zufolge hat der 27-Jährige bislang mehrere Nachfragen ignoriert und auch keinen Nachweis erbracht, seine Aktienoptionen tatsächlich zurückgegeben zu haben.

RND/cz

Anmerkung der Redaktion: In der ersten Version des Textes hieß es, Amthors Aktienoptionen wären offenbar 250.000 US-Dollar wert gewesen. Es ist allerdings unklar, zu welchem Preis Amthor die Optionen hätte einlösen können. Wir haben das präzisiert.