Samstag , 24. Oktober 2020
Russlands Präsident Wladimir Putin (r.). Quelle: imago images/ITAR-TASS

Der nächste Putin geht in die Politik – und will Korruption bekämpfen

Jetzt steigt der nächste Putin in die russische Politik ein. Der Unternehmer Roman Putin, ein Verwandter von Kremlchef Wladimir Putin, hat sich zum Vorsitzenden einer Partei für den Kampf gegen Korruption in Russland wählen lassen. Er will die 2013 gegründete Partei in die Duma führen.

Moskau. Der Unternehmer Roman Putin, ein Verwandter von Kremlchef Wladimir Putin, hat sich zum Vorsitzenden einer Partei für den Kampf gegen Korruption in Russland wählen lassen.

Der 42-jährige Geschäftsmann ist der Sohn eines Cousins von Putin und führt nun die politische Kraft mit dem Namen Volk gegen Korruption. Die Partei soll sich um eines der verbreitetsten Probleme der russischen Gesellschaft kümmern, wie russische Medien am Montag berichteten.

Das politische Feld des Anti-Korruptions-Kampfes wird bisher vor allem von dem Putin-Gegner Alexej Nawalny bestellt. Der macht immer wieder Schmiergeld-Skandale in der Staatsführung öffentlich und beklagt zudem Vetternwirtschaft.

Roman Putin sei für fünf Jahre gewählt worden, teilte die 2013 gegründete Partei mit. Wie die Staatsagentur Ria Nowosti meldete, will der Unternehmer die Partei in die Regionalwahlen im September und im kommenden Jahr erstmals in die Staatsduma führen.

Der Zeitung “Kommersant” hatte er im März gesagt, dass er für die Rechte von Unternehmern in Russland kämpfen wolle. Er ist der Sohn von Putins Cousin Igor Putin.

Wie das regierungskritische Internetportal Medusa berichtete, arbeitete Roman Putin wie der Kremlchef in der Vergangenheit für den Inlandsgeheimdienst FSB. Wladimir Putin war zeitweilig FSB-Chef.

Roman Putin sitzt Medien zufolge in mehreren Aufsichtsräten von Banken und ist Eigentümer zahlreicher Firmen. Nach dem Medusa-Bericht will der Kreml vor der Parlamentswahl 2021 einmal mehr neue Parteien gründen lassen, um den Eindruck von Konkurrenz zu erwecken.

RND/cle/dpa