Glaubt an bessere Zeiten für seine Partei: Ralf Stegner, SPD-Chef in Schleswig-Holstein. Quelle: Frank Molter/dpa

Bundestagswahl: Stegner sieht gute Chancen für SPD mit Scholz

Die SPD liegt in den Umfragen bei knapp 16 Prozent. Experten fragen sich, ob die Partei für die Bundestagswahl 2021 überhaupt einen Kanzlerkandidat aufstellen wird. Ralf Stegner, SPD-Chef in Schleswig-Holstein, setzt auf bessere Zeiten nach dem Abgang von Kanzlerin Merkel.

Berlin. Der Chef der schleswig-holsteinischen SPD-Landtagsfraktion, Ralf Stegner, sieht bei der Bundestagswahl 2021 trotz magerer SPD-Umfragewerte gute Chancen für seine Partei und Finanzminister Olaf Scholz als Spitzenmann. "Die hohen CDU-Prozente sind Merkel-Prozente", sagte Stegner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) mit Hinweis auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die nicht noch einmal antritt.

Der frühere SPD-Bundesvize betonte: “Wenn Frau Merkel dann weg ist und Olaf Scholz noch da und die Leute sagen, die machen das ja ganz ordentlich mit dem Regieren, können sich die Prozente ganz schnell ändern.” Bedingung wäre, dass Scholz seine Kandidatur “um ein gutes Team von Frauen und Männern mit der gesamten Spannbreite der Partei und auch einer gewissen Diversität der Temperamente” ergänze.

Die SPD liegt in Umfragen derzeit bei 15 bis 16 Prozent und damit noch hinter den Grünen. Die Union hingegen kommt derzeit auf Umfragewerte von 37 bis 38 Prozent.

SPD und Union bislang ohne Kanzlerkandidat

Die Frage der Kanzlerkandidatur ist sowohl bei der SPD als bei der Union bislang ungeklärt. Der Wahlforscher Matthias Jung hatte am Wochenende keine Anzeichen für einen Umfrage-Aufschwung der SPD gesehen und in Frage gestellt, "ob die SPD angesichts ihrer zu erwartenden Stärke überhaupt einen Kanzlerkandidaten brauchen wird".

Auch nützten die recht positiven Imagewerte von Scholz der SPD wenig, weil die Parteibasis ihn bei der Mitgliederentscheidung über den Vorsitz “fast demütigend abgestraft” habe, sagte der Leiter der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen der Deutschen Presse-Agentur. “Wie sollen dann Leistungen von Scholz der SPD zugute kommen, wenn die ihn für ungeeignet hält?”

RND/dpa