Ministerpräsident Andrej Plenković am Wahlabend. Quelle: imago images/Pixsell

Kroatien: Regierende Konservative liegen bei Parlamentswahl vorn

Erfolg für die konservative Regierungspartei: Bei den Parlamentswahlen in Kroatien kann sie sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Ministerpräsident Plenković sprach von einem "großartigen Sieg". Die Wahlbeteiligung war mit 46 Prozent allerdings historisch niedrig.

Zagreb. Die konservative Regierungspartei Kroatiens hat die Parlamentswahl gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen wurden für die Kroatische Demokratische Union HDZ von Ministerpräsident Andrej Plenković am Sonntag 66 Mandate in dem Parlament mit 151 Sitzen prognostiziert.

Plenković sprach von einem “großartigen Resultat und einem großartigen Sieg”. Bleibt es bei dem Ergebnis, wird die HDZ wahrscheinlich mit Unterstützung einiger Abgeordneter kleinerer Parteien eine Regierung bilden und Kroatien weiter nach rechts rücken.

Eine von den Sozialdemokraten SDP geführte Allianz bekam laut der Prognose 41 Sitze. Deren Parteichef Davor Bernardić gestand die Niederlage ein und deutete seinen Rücktritt an: "Natürlich ist das ein schlechtes Ergebnis und ich bin bereit zu gehen." Die rechte Heimatbewegung des Folk-Sängers Miroslav Škoro kam mit 16 Sitzen auf den dritten Platz.

Die HDZ prägt die Politik Kroatiens seit der Unabhängigkeit Jugoslawiens 1991. Die neu gegründete Heimatbewegung hat trotz nationalistischer Hardliner-Ansichten erstaunlich schnell an Popularität gewonnen. Es wird davon ausgegangen, dass die Heimatbewegung einige Wähler der HDZ zu sich gezogen hat.

Etwa 3,8 Millionen der 4,2 Millionen Einwohner Kroatiens konnten ihre Stimme abgeben, die Wahlbeteiligung war mit 46 Prozent historisch niedrig. Die Wähler wurden aufgefordert, selbst ihre Temperatur zu messen und bei Fieber von den Wahllokalen fern zu bleiben.

Kroatien hat den Ausbruch des Coronavirus weitgehend unter Kontrolle. Das Land meldete etwa 3100 Infektionen und 113 Todesfälle. Nach der Öffnung der Grenzen und der Lockerung der Gegenmaßnahmen kam es jedoch zu mehr Neuinfektionen. Der Tourismus entlang der Adriaküste gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen Kroatiens. Kritik gab es auch nach einem Ausbruch bei einem von Tennisspieler Novak Doković organisierten Tennisturnier in der Küstenstadt Zadar.

RND/AP