Samstag , 24. Oktober 2020
Zagreb: Andrej Plenkovic, Ministerpräsident von Kroatien, winkt am Sitz seiner Partei. Die regierende Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) hat nach einer Prognose die Parlamentswahlen in Kroatien klar für sich entschieden. Quelle: Uncredited/AP/dpa

Prognose: Regierende Konservative bei Wahlen in Kroatien klar vorne

Erste Prognosen zur Wahl in Kroatien widerlegen jüngste Umfragen. Die regierende HDZ hat wohl einen deutlichen Sieg eingefahren. Für die Konservativen beginnt nun die Suche nach einem Partner zur Regierungsbildung.

Zagreb. Die regierende Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) hat nach einer Prognose die Parlamentswahlen in Kroatien klar für sich entschieden. Bei dem Urnengang am Sonntag errang die konservative Partei 61 von 151 Mandaten, wie das kroatische Fernsehen HRT berichtete. Die oppositionellen Sozialdemokraten (SDP) kamen demnach auf 44 Mandate.

Die HDZ unter Führung von Ministerpräsident Andrej Plenkovic schnitt damit deutlich besser ab als es letzte Umfragen nahegelegt hatten. Für die Bildung der nächsten Regierung wird sie aber Partner brauchen. Die neue rechtspopulistische Heimatbewegung des Volksliedsängers Miroslav Skoro errang nach der Prognose 16 Mandate und wurde drittstärkste Kraft.

Acht Sitze im neuen Parlament gehen demnach an die rechte Partei Most (Brücke), acht an die neue links-grüne Plattform Mozemo! (Wir können es!) und drei an die bürgerlich-liberale Partei mit Namen und Vornamen (SSIP). Acht Mandate sind den ethnischen Minderheiten vorbehalten, drei den Auslandskroaten.

Der Urnengang stand im Zeichen der Corona-Pandemie. Die Regierung hatte sie ursprünglich erfolgreich zurückgedrängt. Plenkovic hatte die Parlamentswahl vom Ende des Jahres auf diesen Zeitpunkt vorgezogen, um vom Image des Krisenmanagers profitieren zu können. Doch in den vergangenen zehn Tagen sind die Infektionszahlen in Kroatien wieder gestiegen.

Zugleich zeichnete sich eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Um 16.30 Uhr hatte sie nach Angaben der Staatlichen Wahlkommission bei 34 Prozent gelegen, das war um 3,5 Prozentpunkte weniger als zur gleichen Zeit vor vier Jahren. Damals hatte die Wahlbeteiligung am Ende des Tages 53 Prozent betragen.

RND/dpa