Samstag , 19. September 2020
Recht auf Homeoffice? Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hält nichts davon. Quelle: imago images/photothek

Arbeitgeberpräsident: Recht auf Homeoffice ist “blanker Unsinn”

In der Corona-Krise sind viele Menschen von einem auf den anderen Moment ins Homeoffice gewechselt. Das Arbeitsministerium hat den Plan wieder aufgenommen, ein Recht auf Homeoffice zu schaffen, und einen Gesetzentwurf angekündigt. Arbeitgeberpräsident Kramer warnt, dies könne Folgen haben – auch für Arbeitsplätze.

Berlin. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, übt heftige Kritik an den Plänen des Bundesarbeitsministeriums für ein Recht auf Homeoffice und warnt, die Auslagerung von Tätigkeiten aus Unternehmen könne die Folge sein. “Es ist blanker Unsinn, wenn das Arbeitsministerium per Gesetz ein Recht auf Homeoffice schaffen will”, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Wer entscheidet über das Homeoffice?

“Die Idee, ein Recht auf Homeoffice zu schaffen, ist so angelegt, dass ich mich als Arbeitgeber entschuldigen muss, wenn ich das nicht einrichten kann”, sagte Kramer. Ein Arbeitgeber müsse sein Unternehmen aber so organisieren können, wie es dem ganzen Betrieb mit seinen verzahnten Abläufen diene – “und nicht ausschließlich, wie es dem einzelnen Mitarbeiter dient”.

Kramer warnte: “Wenn die Entscheidung über das Homeoffice nicht bei der gemeinsamen Abstimmung von Arbeitgeber und Mitarbeiter bleibt, wird das über kurz oder lang nur dazu führen, dass Unternehmen Tätigkeiten, etwa die Buchhaltung, auslagern und an Dienstleister übertragen.” Der Arbeitgeberpräsident sagte: “Das können weder die Politik noch die Gewerkschaften wollen.”

Das gesamte Interview mit Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer lesen Sie ab Montagmorgen auf RND.de

Von Tobias Peter/RND