Dienstag , 11. August 2020
US-Präsident Donald Trump hält am Nationaldenkmal am Mount Rushmore anlässlich des Unabhängigkeitstages eine Rede. Quelle: Alex Brandon/AP/dpa

Trump nennt Proteste in den USA “Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte”

Am Vorabend des Independence Day hat US-Präsident Donald Trump in einer Rede am Mount Rushmore Stimmung gegen die Black-Lives-Matter-Proteste gemacht. Die Corona-Pandemie hingegen spielte in seiner Ansprache keine Rolle. Vier Monate vor der Präsidentschaftswahl glich der Auftritt einem Wahlkampfevent.

US-Präsident Donald Trump hat seine erste Ansprache zum Unabhängigkeitstag in diesem Jahr genutzt, um Stimmung gegen Teilnehmer der landesweiten Protestbewegung gegen Rassismus zu machen. Es sei eine “gnadenlose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte” im Gange, sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) am Nationaldenkmal am Mount Rushmore im US-Bundesstaat South Dakota vor Tausenden Zuschauern. “Wütende Mobs” versuchten, Statuen der Gründerväter der USA zu Fall zu bringen. Das “starke und stolze” amerikanische Volk werde aber nicht erlauben, ihm die Geschichte und Kultur zu nehmen.

Wahlkampfevent zum Unabhängigkeitstag

Der Angriff auf die “großartige Freiheit muss gestoppt werden und wird sehr schnell gestoppt werden”, sagte Trump. Unter dem “Banner der sozialen Gerechtigkeit” werde versucht, sowohl die Gerechtigkeit als auch die Gesellschaft zu zerstören. Aus den USA solle ein Ort der “Unterdrückung, Herrschaft und Ausgrenzung” gemacht werden. “Sie wollen uns zum Schweigen bringen, aber wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen”, sagte Trump.

Die Stimmung bei der Veranstaltung zum Auftakt der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli glich einem Wahlkampfevent des Präsidenten. Zwischenrufe wie “Wir lieben dich, Präsident Trump” waren zu hören. Trump will bei der Wahl in vier Monaten für eine zweite Amtszeit antreten.

Infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am 25. Mai in Minneapolis waren landesweit Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt entbrannt. Sie lösten auch eine Debatte über die Erinnerungskultur des Landes aus. In mehreren Städten waren bei Protesten Statuen gestürzt worden, die historische Figuren darstellen, die in Verbindung mit Rassismus gebracht werden. Trump hat die “Verunstaltung” und Stürze der Statuen und Denkmäler mehrfach scharf verurteilt.