Samstag , 31. Oktober 2020
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Quelle: imago images/Fotoarena

Bolsonaro führt abgeschwächte Form der Maskenpflicht ein

Brasilien hat nach den USA die meisten Corona-Fälle zu beklagen. Selbst der als Maskenmuffel geltende Präsident Jair Bolsonaro ringt sich nun zu einer Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes durch. Allerdings nur in sehr abgeschwächter Form.

Rio de Janeiro. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit verabschiedet, allerdings in abgeschwächter Form. Bürgerinnen und Bürger sollen einen Mund- und Nasenschutz demnach auf Straßen und in Bussen und Bahnen tragen, aber Bolsonaro legte am Freitag sein Veto gegen eine Maskenpflicht in Kirchen, Schulen, Geschäften und Produktionshallen ein. Menschen dort eine Maske aufzuzwingen, könne gegen die Eigentumsrechte verstoßen, argumentierte Bolsonaro.

Er entschied sich außerdem gegen eine Verordnung, die seine Regierung verpflichtet hätte, Masken an schutzbedürftige Gruppen auszuhändigen und Gleiches von Unternehmen für ihre Mitarbeiter verlangt hätte.

Bolsonaro trägt selten Maske

Bolsonaro selbst bedeckt sein Gesicht nur manchmal in der Öffentlichkeit, kommt dafür aber häufig nah an Anhänger heran. In manchen brasilianischen Städten ist bereits eine Maskenpflicht eingeführt worden, die Kontrollen sind aber lax.

Am Donnerstag meldete Brasilien seinen zweithöchsten Anstieg bei den Neuinfektionen pro Tag, es waren mehr als 48.000. Im gesamten Land haben sich fast 1,5 Millionen Menschen mit dem neuen Coronavirus angesteckt. Brasilien steht damit nach den USA weltweit auf Platz zwei.

RND/AP