Sonntag , 1. November 2020
Die hessische Landtagsabgeordnete Janine Wissler. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Hessische Linken-Politikerin erhält rechtsextreme Drohmails

Wiederholt hatte eine Anwältin, die im NSU-Prozess Nebenkläger vertreten hatte, mit „NSU 2.0“ unterzeichnete Drohmails bekommen. Solche Drohschreiben gingen auch an die Fraktionsvorsitzende der Linken in Hessen. “Es war eine klare Bedrohung gegen mein Leben”, sagt Janine Wissler.

Frankfurt/Main. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag, Janine Wissler, hat mit “NSU 2.0” unterzeichnete Drohmails bekommen. “Es war eine klare Bedrohung gegen mein Leben”, sagte die stellvertretende Bundesparteivorsitzende am Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa. Es seien vor einiger Zeit zwei Mail gewesen.

Zunächst hatte die “Frankfurter Rundschau” hierüber berichtet.

Mit “NSU 2.0” unterzeichnete Drohschreiben hatte wiederholt auch die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz bekommen. Sie vertrat im NSU-Prozess Nebenkläger aus den Familien der Opfer der rechtsextremen Mordserie. In den Schreiben wurde ihr und ihren Angehörigen der Tod angedroht.

Bei den Ermittlungen nach den ersten Drohschreiben gegen die Anwältin stellte sich heraus, dass ihre persönlichen Daten von einem Computer in der Dienststelle des 1. Polizeireviers in Frankfurt abgerufen worden waren. Auch eine Chatgruppe mehrerer Beamter mit mutmaßlich rechtsextremen Inhalten wurde entdeckt.

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt: „Der Autor der Schreiben an Wissler unterstreicht die Drohung, indem er persönliche Daten von ihr verwendet, die nicht öffentlich zugänglich sind.“ Auf Anfrage der Zeitung wollte sich die Frankfurter Staatsanwaltschaft zu den Schreiben an Wissler „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht äußern.

RND/dpa