Dienstag , 22. September 2020
Der Twitter-Präsident: Donald Trump verwendete für eine Cowboy-Message bei Twitter ein Bild der “New York Times” – die ließ sich das nicht gefallen. Quelle: imago images/UPI Photo

Twitter entfernt Trump-Foto – aus Urheberrechtsgründen

Schon wieder hat der amerikanische Präsident Probleme mit seinem einstigen Lieblingssprachrohr Twitter. Aus einem Beitrag, in dem der Präsident eine weitere Spalterbotschaft an seine Gefolgschaft schickte, musste das Bild entfernt werden. Die “New York Times” hatte Urheberrechtsbeschwerde eingelegt.

Tweet, tweet – und das Social-Media-Vögelchen trägt brav alle Botschaften des impulsivsten aller US-Präsidenten in die Welt hinaus. Das war einmal so. Doch nicht mehr alles, was Donald Trump auf Twitter derzeit so einfällt, verlässt den Twitter-Vogelkäfig auch Richtung Follower. Erneut wurde jetzt ein Beitrag des First Man Amerikas entfernt. Diesmal ist der Grund laut “Handelsblatt” ganz schlicht: eine Urheberrechtsbeschwerde der Tageszeitung “New York Times”.

Abgesetzt wurde der Tweet am 30. Juni. Da hatte der Präsident über ein Bild von sich geschrieben: “In Wahrheit sind sie nicht hinter mir her, sie sind hinter dir her – ich bin nur im Weg.” Das klang frappierend nach dem derzeit wegen eines rassistischen Spruchs posthum in Misskredit geratenen Filmcowboy John Wayne, der die kleine Stadt vor Liberty Valance und seiner Schurkentruppe beschützt. Das Bild zum Trump-Spruch war von einem Fotografen der “New York Times” während des US-Wahlkampfs im September 2015 gemacht worden – von dem Pulitzerpreisgewinner Damon Winter.

Kein Recht am eigenen Konterfei: Twitter löschte das Bild. An seiner Stelle ist nun die Begründung des Dienstes mit der Beschwerde der Zeitung zu lesen.

Trump droht, Twitter dichtzumachen

Schon wiederholt hat Twitter in jüngster Zeit Tweets des Präsidenten deaktiviert oder mit Warnhinweisen bestückt. Die Regierung Trump ist derweil bestrebt, Schutzmaßnahmen für soziale Medien in den USA abzuschwächen. Bislang galt Twitter als wichtigstes Sprachrohr Trumps. Zuletzt hatte der Präsident auch gepoltert, er würde Twitter dichtmachen, wäre es auf legalem Weg möglich.

RND/big