Für US-Präsident Donald Trump besteht trotz steigender Infektionszahlen in den USA kein Anlass zur Sorge. Quelle: Alex Brandon/AP/dpa

Trump: “Coronavirus wird einfach verschwinden” – trotz Anstieg der Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA steigen an. Für Donald Trump besteht jedoch kein Anlass zur Sorge. Der US-Präsident sieht das Coronavirus “irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden”.

Washington. Trotz eines dramatischen Anstiegs der täglichen Neuinfektionen in den USA glaubt Präsident Donald Trump weiter an das Verschwinden des Virus. Die Wirtschaft werde sich bald wieder erholen und “das Virus wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden”, sagte der Republikaner Trump am Mittwoch im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox Business. Die Demokraten werfen Trump angesichts solcher Äußerungen vor, im Kampf gegen das Coronavirus kapituliert zu haben – und das, obwohl die Pandemie in den USA zunehmend eskaliert.

Daten der Universität Johns Hopkins zufolge meldeten die US-Behörden zuletzt jeden Tag rund 50.000 Neuinfektionen, vor allem aus den südlichen Bundesstaaten Florida, Texas, Arizona, Georgia und Kalifornien. Die aktuellen Zahlen der Neuinfektionen sind damit höher als jene im April und im Mai, dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie.

Den Daten vom Donnerstag zufolge wurden etwa am Mittwoch über 50.000 Neuinfektionen gemeldet. Mehrere Bundesstaaten haben daher bereits Lockerungen der Corona-Auflagen verschoben oder rückgängig gemacht.

Erneute Hilfszahlung müsste vom Kongress gebilligt werden

Im Hinblick auf die Wirtschaft hat sich Trump für eine zweite Runde direkter Hilfszahlungen an die Steuerzahler ausgesprochen, um die Konjunktur in den Vereinigten Staaten wieder anzukurbeln. Es gehe darum, den Menschen “schnell und unkompliziert” Geld zukommen zu lassen, sagte Trump am Mittwoch im Interview mit dem Sender Fox Business. Er strebe größere Auszahlungen für die Menschen an als die Demokraten, sagte der Republikaner – ohne dabei eine Summe zu nennen.

Wegen der Corona-Krise hatten Steuerzahler in Amerika zuletzt im Rahmen eines Konjunkturpakets einmalig 1200 US-Dollar pro Erwachsenem und 500 Dollar pro Kind bekommen. Eine erneute Hilfszahlung müsste vom Kongress gebilligt werden. Dort sind Regierung und Republikaner auch auf die Zustimmung der Demokraten angewiesen. Sie wollen auch ein weiteres Konjunkturpaket, haben inhaltlich aber bislang sehr unterschiedliche Vorstellungen als die Republikaner.

Mit den bereits beschlossenen Konjunkturprogrammen sollten fast drei Billionen Dollar in die US-Wirtschaft gepumpt werden, was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung haben die US-Wirtschaft einbrechen und die Arbeitslosenquote in die Höhe schnellen lassen.

RND/dpa