Freitag , 30. Oktober 2020
Polizisten blockieren eine Straße bei Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Polizei von Seattle hat Demonstranten aus einer im Zuge der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt entstandenen "autonomen Zone" vertrieben. Quelle: Aron Ranen/AP/dpa

Polizei vertreibt Demonstranten aus “autonomer Zone”

Demonstranten hatten ein Gebiet in der Innenstadt von Seattle zur „autonomen Zone“ erklärt. Jetzt hat Polizei sie nach mehreren Wochen aus dem Gebiet vertrieben. Vor allem US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder gefordert, die Polizei müsse die Hoheit über das Areal zurückerlangen.

Seattle. Die Polizei von Seattle hat Demonstranten aus einer im Zuge der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt entstandenen „autonomen Zone“ vertrieben. Die Polizei hatte den Beginn der Aktion am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) per Twitter angekündigt. Später berichtete die Behörde von mehr als 30 Festnahmen von Personen, die die Gegend nicht freiwillig verlassen wollten. Videos zeigten keine gewaltsamen Auseinandersetzungen. Nun beginnen die Aufräumarbeiten.

Die Bürgermeisterin von Seattle, Jenny Durkan, hatte die Auflösung der „autonomen Zone“, in der die Polizei unerwünscht war, vor gut einer Woche angekündigt. Es sei an der Zeit, die Ordnung wieder herzustellen. Die Räumung des Gebiets kam nach mehreren gewaltsamen Zwischenfällen – nach Polizeiangaben wurden dabei mindestens zwei Menschen getötet und drei ernsthaft verletzt.

Demonstranten hatten Anfang Juni unweit des Kapitols in der Innenstadt Seattles mehrere Straßenzüge besetzt; die Polizei zog aus einer dort gelegenen Wache ab. US-Präsident Donald Trump ist die Situation ein Dorn im Auge. Er warf Durkan und dem Gouverneur des Bundesstaats Washington Untätigkeit vor und forderte mehrfach, dass sie die Kontrolle über die Stadt zurückerlangen müssten. Justizminister William Barr gratulierte der Polizeichefin Carmen Best „für ihren Mut und ihre Führungsrolle bei der Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit in Seattle“.

RND/dpa