Ein Junge fährt mit seinem Fahrrad auf einer Straße in der von den Rebellen kontrollierten Stadt Idlib. Quelle: Anas Alkharboutli/dpa

Geberkonferenz: Syriens Regierung weist Ergebnisse zurück

Syrien leidet derzeit unter einer schweren Wirtschaftskrise, die die Not in dem Land weiter vergrößert. Bei einer Geberkonferenz für das Land hatten die beteiligten Länder Hilfen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro zugesagt. Die syrische Regierung weist die Ergebnisse der Konferenz zurück.

Damaskus. Syriens Regierung hat die Ergebnisse der Online-Geberkonferenz für das Bürgerkriegsland zurückgewiesen. Die Konferenz habe erneut die "feindliche Politik" der USA und der Europäischen Union gegenüber Syrien gezeigt, erklärte das Außenministerium in Damaskus, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Mittwoch meldete.

Sie unterstützten den Terror, zerstörten und stählen die Reichtümer des Landes und verhinderten dessen Wiederaufbau. “Wer solche Verbrechen gegen die Syrer begeht, trägt die grundlegende Verantwortung für deren Leiden”, hieß es weiter.

Deutschland und zahlreiche andere Staaten hatten den Opfern des Bürgerkrieges in Syrien am Dienstag bei einer Geberkonferenz zusätzliche Hilfen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro versprochen. Deutschland sagte 1,58 Milliarden Euro zu.

Hilfsorganisationen warnen vor Hungerkrise

Syrien leidet derzeit unter einer schweren Wirtschaftskrise, die die Not in dem Land weiter vergrößert. Die Corona-Pandemie und neue US-Sanktionen haben die Lage weiter verschärft. Hilfsorganisationen warnen, dass sich eine Hungerkrise ausbreite, weil es große Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln gebe.

Syriens Regierung kontrolliert nach mehr als neun Jahren Bürgerkrieg rund zwei Drittel des Landes. Sie ist aber international stark isoliert. Neben den USA hat auch die EU Sanktionen gegen Präsident Baschar al-Assad und andere Vertreter der Regierung erlassen.

Die Präsidenten Russlands, der Türkei und des Irans wollen am Mittwoch über die Lage und ihr Vorgehen in Syrien beraten. Moskau und Teheran unterstützen die Regierung, Ankara die Opposition.

RND/dpa