Benjamin Netanjahu, Premierminister von Israel, bei einer der wöchentlichen Kabinettssitzungen. Quelle: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

Annexionspläne: Netanjahu deutet Verzögerung an

Israel will Teile des Westjordanlands annektieren. Nach einem Gespräch zwischen Vertretern der USA und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu spricht einiges dafür, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht einzuhalten ist. International ist der Widerstand gegen die Annexion enorm.

Jerusalem. Die Pläne des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu für eine Annexion von Teilen des Westjordanlands scheinen sich zu verzögern. Nach einem Treffen mit dem US-Gesandten Avi Berkowitz und US-Botschafter David Friedman am Dienstag sagte Netanjahu, die Gespräche zu dem Thema würden in den kommenden Tagen weitergehen. Damit deutete er an, dass der geplante Termin, den Annexionsprozess am Mittwoch zu starten, wohl nicht zu halten ist.

Netanjahu will in Einklang mit dem Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump rund 30 Prozent des palästinensischen Westjordanlands unter vollständige israelische Kontrolle stellen.

Palästinenser beanspruchen das Westjordanland für sich

International ist der Widerstand gegen dieses Vorhaben enorm und auch Netanjahus Koalitionspartner Benny Gantz, der den 1. Juli als Termin im Regierungspakt vereinbarte, ist zurückhaltend. Am Montag sagte er, der 1. Juli sei nicht in Stein gemeißelt. Es gebe mit der Corona-Pandemie Wichtigeres zu tun.

Die Palästinenser beanspruchen das Westjordanland als Teil ihres künftigen Staates für sich. Die jüdischen Siedlungen dort, die Netanjahu nun annektieren will, wertet ein Großteil der internationalen Gemeinschaft als illegal.

RND/AP