Sonntag , 27. September 2020
Der "Schienenpakt" widmet sich der Zukunft des Bahnverkehrs in Deutschland. Quelle: Uwe Zucchi/dpa

Mehr Fahrgäste, mehr Güter: Bahn und Verbände unterzeichnen “Schienenpakt”

Flexibler, wettbewerbsfähiger, leise und klimafreundlicher: Die Ansprüche von Politik und Wirtschaft an die Zukunft der Schiene sind groß. Festgehalten und unterschrieben sind sie nun im „Schienenpakt“. Bis zur Umsetzung kann es aber noch Jahre dauern.

Berlin. Politik und Wirtschaft wollen mit einem „Schienenpakt“ mehr Güter mit der Bahn transportieren und die Zahl der Fahrgäste im Personenverkehr bis 2030 verdoppeln. Ein Kernpunkt ist der „Deutschlandtakt“, der in den kommenden Jahren schrittweise eingeführt werden soll. Er sieht eine halbstündige Taktung von Fernzügen auf den Hauptverbindungen vor – auf der Strecke Hamburg-Berlin schon ab Dezember. Geplant sind außerdem bessere Anschlüsse für Reisende.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach am Dienstag in Berlin von einer „kleinen Revolution“. Er will sich auf EU-Ebene außerdem für einen „Europatakt“ einsetzen. Mit dem Pakt könne die klimafreundliche Schiene der Verkehrsträger Nummer eins in Deutschland werden. Die Schiene solle flexibler, wettbewerbsfähiger, leiser und klimafreundlicher werden.

Umsetzung des “Deutschlandtakts” dauert noch Jahre

Verbände, Verkehrsunternehmen und die Politik hatten rund zwei Jahre über den Pakt diskutiert. Er sieht zahlreiche Maßnahmen vor, wie einen Ausbau digitaler Stellwerkstechnik sowie eine schnellere Elektrifizierung der Schiene. Außerdem sollen technische Innovationen vorangetrieben werden. Ziel ist es unter anderem, dass der Marktanteil im Güterverkehr auf mindestens 25 Prozent steigt – dies ginge zu Lasten etwa von Lastwagen auf der Straße.

Beim „Deutschlandtakt“ dauert es allerdings auf vielen Strecken noch Jahre, bis dieser umgesetzt ist. Bahnchef Richard Lutz sagte: „Fundamental ist der Ausbau der Infrastruktur.“ Daher sollen nun etwa viel belastete Knotenpunkte ausgebaut werden, geplant sind daneben der Aus- und Neubau sowie die Reaktivierung von Strecken.

RND/dpa