Dienstag , 11. August 2020
Ein Junge mit einem T-Shirt der UNICEF in Mali Quelle: imago images/photothek

UN-Sicherheitsrat: Friedensmission in Mali um ein Jahr verlängert

Seit dem Sturz des malischen Präsidenten 2012 sind in dem westafrikanischen Land Islamisten aktiv. Die Friedensmission der Vereinten Nationen will die streitenden Parteien zur Einhaltung des Friedensabkommens von 2015 bewegen. Das UN-Mandat wurde bis Ende Juni 2021 verlängert.

Der UN-Sicherheitsrat hat das Mandat der Vereinten Nationen für die Friedensmission in Mali um ein Jahr verlängert. Er rief am Montag in New York (Ortszeit) zu einem langfristigen und detaillierten Plan auf, der westafrikanischen Nation die Verantwortung für ihre Sicherheit zu übergeben. Die Resolution erkennt “einigen Fortschritt” in den vergangenen sechs Monaten an, drückt aber auch Ungeduld über Verzögerungen aus. An der Friedensmission ist auch Deutschland mit mehreren Hundert Soldaten beteiligt.

Der Resolution zufolge liegt die Priorität der Friedensmission in der Unterstützung des Friedensabkommens von 2015, das von drei Parteien unterschrieben wurde: der Regierung, einer Koalition von Gruppen, die sich Koordination der Azawad-Bewegungen nennen, und Araber und Tuareg umfasst, die eine Autonomie für den Norden Malis fordern, sowie von regierungsfreundlichen Milizen, die als sogenannte Plattform bekannt sind.

Militärintervention durch Frankreich

2012 wurde der malische Präsident bei einer Revolte meuternder Soldaten gestürzt. Das darauffolgende Machtvakuum führte zu einem islamistischen Aufstand und einer von Frankreich angeführten Militärintervention, die die Dschihadisten 2013 von der Macht verjagte.

Doch Aufständische sind in Mali weiterhin aktiv. Das Land wird auch von Extremisten bedroht, die mit dem Islamischen Staat in Verbindung stehen. Seit 2015 dringen diese vom trockenen Norden in das dichter bevölkerte Zentrum Malis vor und schüren Feindseligkeit und tödliche ethnische Gewalt.

Der Sicherheitsrat verlängerte das Mandat des 15.600 Sicherheitsleute umfassenden UN-Einsatzes bis zum 30. Juni 2021.

RND/AP