Samstag , 26. September 2020
Ein leeres Klassenzimmer aufgrund der Corona-Pandemie. Quelle: imago images/wolterfoto

Corona-Krise: CDU-Wirtschaftsrat gegen neue Schulschließungen

Während der Corona-Krise lag vielerorts der Schulbetrieb über Monate auf Eis. Das darf nicht noch einmal passieren, sagt die Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrats, Astrid Hamker. Für den Fall einer neuen Infektionswelle fordert sie einen Plan B.

Düsseldorf. Die Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrates, Astrid Hamker, ist gegen Schulschließungen bei neuen Corona-Ausbrüchen. Stattdessen müssten Behörden und Schulen Krisenpläne aufstellen, sagte Hamker der Düsseldorfer “Rheinischen Post” am Montag. “Dieses Jahr darf nicht zu einem bildungspolitischen Filmriss mit langfristigen, auch sozialen Folgen für unsere Kinder werden.”

Denn auch Lernen könnten Kinder verlernen, wenn sie nicht angemessen begleitet und unterstützt würden. Das Wichtigste sei eine zügige Rückkehr zum weitgehend normalen Alltag in Schulen und Kindergärten, ergänzt um Hygienekonzepte.

Alternativplan im Falle eines Ausbruchs

”Es darf nicht jeder bedauerliche, größere Einzelausbruch als Anlass genommen werden, Zweifel an einer generellen Rückkehr zu geregelten Verhältnissen zu säen”, mahnte Hamker und forderte einen “Plan B” für die Schulen und Kitas nach den Sommerferien im Falle von Infektionen. Flächendeckende Schließungen nach punktuellen Corona-Ausbrüchen würden keine Akzeptanz mehr finden.

Das NRW-Schulministerium wollte am Montag das digitale Schulkonzept für die Zeit nach den Sommerferien vorstellen.

Untersuchungen zur Einschulung fallen aus

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisierte unterdessen, dass Untersuchungen zur Einschulung wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Besonders für Kinder mit Behinderung und schulischem Förderbedarf, der in solchen Untersuchung festgestellt werden könnte, und für Kinder aus schwierigen Sozialverhältnissen sei das dramatisch, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Montag).

Ohne Untersuchung sei es zum Beispiel möglich, dass Kinder in der falschen Schulform eingeschult werden und später wechseln müssten. Betroffene Kinder müssten derzeit bevorzugt untersucht werden.

RND/epd