Samstag , 19. September 2020
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt spricht sich im Zuge der Corona-Verbreitung für die Schließung von großen Schlachthöfen aus. Das fordern auch Aktivisten, wie das Schild im Hintergrund offenbart. Zu Deutsch steht dort: Schlachthäuser sind eine Covid-19-Gefahr. Das Foto stammt aus London. Quelle: imago images/ZUMA Wire/dpa/RND Montage Behrens

Göring-Eckardt: “Die großen Schlachthöfe müssen zugemacht werden”

Aufgrund des massiven Corona-Ausbruchs in einer Tönnies-Fleischfabrik im Kreis Gütersloh hat die Debatte um Änderungen in der Fleischindustrie an Fahrt aufgenommen. Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt sagt nun in einem Interview: “Die großen Schlachthöfe müssen zugemacht werden.” Ähnlich sieht es SPD-Generalsekretär Klingbeil.

Berlin. Die Missstände in der Fleischindustrie sind schon länger bekannt, der umfangreiche Corona-Ausbruch in einem Tönnies-Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh aber hat die Debatte über Arbeitsbedingungen und Fleischpreise nun wieder entfacht. Bei “Bild live” diskutierten unter anderem Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Sonntagabend darüber.

Für Göring-Eckardt ist klar: “Die großen Schlachthöfe müssen zugemacht werden.” Man müsse das gesamte “System Fleisch” verändern und nicht nur die Werksverträge abschaffen, so wie es Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nun vorhat. Die Konzentration “auf ganz wenige Riesenschlachthöfe” sei dafür verantwortlich, dass “die Leute da unter beschissenen Bedingungen” arbeiteten, sagte die Grünen-Politikerin außerdem, wie unter anderem die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

SPD-Politiker Klingbeil ist der Ansicht, “dieses System ist zu groß geworden”. Er sagt: “Wir brauchen kleinere Schlachthöfe.“ Er sprach zudem von einem “System der Verantwortungslosigkeit” mit “Sub-Sub-Subunternehmen” – und das nicht nur in der Fleischindustrie.

RND/das