Freitag , 30. Oktober 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, vor dem Bundeskanzleramt zur Libyen-Konferenz. Das war im Januar dieses Jahres - vor Ausbruch der Corona-Krise. Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Livestream: Pressekonferenz von Merkel und Macron

Es ist der erste Besuch eines ausländischen Staatschefs bei der Kanzlerin seit Ausbruch der Corona-Krise: Angela Merkel empfängt an diesem Nachmittag den französischen Staatspräsidenten. Hauptthema ist der wirtschaftliche Wiederaufbau in Europa nach der Krise. Am Abend ist eine Pressekonferenz der beiden geplant, diese sehen Sie hier im Livestream.

Meseberg. Zwei Tage vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in Meseberg. Bei ihrem Gespräch im Gästehaus der Bundesregierung wird der wirtschaftliche Wiederaufbau in Europa nach der Corona-Krise ein zentrales Thema sein.

Es handelt sich um den ersten Besuch eines ausländischen Staatschefs bei der Kanzlerin seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Nach Angaben der Bundesregierung sollen auch andere europapolitische sowie internationale und bilaterale Themen angesprochen werden.

Die Kanzlerin empfängt Macron um 16 Uhr im Schloss Meseberg. Gegen 18 Uhr ist eine Pressekonferenz geplant.

Sehen Sie hier im Livestream: die Pressekonferenz mit Merkel und Macron:

Die Pressekonferenz ist für 18.25 Uhr angesetzt. Der Beginn kann sich um wenige Minuten verzögern.

Macron und Merkel hatten im Mai einen Hilfsfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen, um die europäische Wirtschaft aus der Corona-Krise zu bringen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen präsentierte anschließend einen schuldenfinanzierten Wiederaufbauplan mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite an EU-Staaten vergeben werden.

Merkel und Macron werben unter den anderen EU-Mitgliedsstaaten für diesen Plan. Österreich, die Niederlande, Schweden und Dänemark – die “Sparsamen Vier” – lehnen Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, jedoch ab.

Für Frankreichs Staatschef Macron ist die Begegnung mit Merkel wichtig, denn der 42-Jährige dringt darauf, dass sich die Europäer rasch auf den europäischen Wiederaufbauplan einigen. Die Kanzlerin ist dabei seine wichtigste Verbündete. Aus Élyséekreisen verlautete vor dem Besuch, Macron sei sehr engagiert in dieser Sache. Auch für Frankreich, das hart von der Corona-Pandemie getroffen wurde, geht es um viel Geld, Paris erhofft sich aus dem Programm 30 bis 40 Milliarden Euro.

Auch Merkel will eine rasche Einigung erreichen, sieht aber, dass die Differenzen noch erheblich sind. “Die Brücken, die wir noch zu bauen haben, sind groß”, sagte sie nach dem jüngsten EU-Gipfel.

RND/das/dpa