Mittwoch , 30. September 2020
Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, trägt einen Nasen-Mundschutz und fährt für eine Wahlkampagne mit einem Fahrrad durch die Stadt. Vor der zweiten Runde der Kommunalwahlen an diesem Sonntag war bereits von einer "grünen Welle" die Rede. Quelle: Christophe Ena/AP/dpa

Macron-Partei unter Druck: Kommunalwahl-Endrunde in Frankreich begonnen

In knapp 5000 französischen Kommunen finden an diesem Sonntag Stichwahlen statt. Sie waren schon für Ende März geplant und wurden wegen der Corona-Pandemie verschoben. Die Partei von Präsident Emmanuel Macron gerät dabei vor allem durch Grüne Kandidaten unter Druck.

Paris. In Frankreich hat die Endrunde der Kommunalwahlen begonnen. Die Stichwahlen in knapp 5000 Kommunen waren eigentlich für Ende März geplant, mussten aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben werden. Bei der ersten Runde Mitte März war weit mehr als die Hälfte der Wähler nicht zur Abstimmung gekommen. In den Wahllokalen im Land gilt Maskenpflicht.

Grüne könnten Gewinne einfahren

Regierungschef Édouard Philippe teilte via Twitter mit, dass er seine Stimme abgegeben habe. Das Mitte-Lager von Staatschef Emmanuel Macron steht bei den Wahlen unter Druck. Eigentlich wollte die Präsidentenpartei La République en Marche (LREM) Paris und mehrere große Städte erobern. Stattdessen werden nun vor allem den Grünen und ihren Verbündeten Erfolge zugetraut, unter anderem in Lyon, Toulouse, Straßburg oder Tours. Macron will im nordfranzösischen Seebad Le Touquet wählen, wo er und seine Frau Brigitte wohnen.

Aufgerufen sind gut 16 Millionen Wählerinnen und Wähler – das entspricht etwa einem Drittel der Wahlberechtigten. Es ist der erste politische Stimmungstest nach den wochenlangen Ausgangsbeschränkungen während der Pandemie, die Frankreich mit rund 30.000 Toten hart traf. Nach den Wahlen will Macron über seinen politischen Kurs nach der Corona-Krise entscheiden. Möglich ist dabei auch eine Regierungsumbildung.

RND/dpa