Dienstag , 22. September 2020
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Quelle: Getty Images

Entwicklungsminister Müller will Corona-Krisengewinner stärker besteuern

Manche Unternehmen konnten aus der Corona-Krise wirtschaftlichen Profit ziehen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will diese Betriebe nun stärker besteuern. Die Einnahmen könnten dann etwa zur Finanzierung des Corona-Hilfspakets genutzt werden.

München. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will die Krisengewinner der Corona-Pandemie stärker besteuern und so an den Kosten der Krise beteiligen. „Es gibt Krisengewinner unglaublichen Ausmaßes“, sagte der Politiker dem Radiosender B5 aktuell des Bayerischen Rundfunks (BR) am Samstag laut Vorabmeldung. Als Beispiel nannte Müller den Online-Händler Amazon. Dessen Chef Jeff Bezos sei alleine seit Januar diesen Jahres um 35 Milliarden Euro reicher geworden, sagte Müller. Problematisch sei, dass Amazon fast keinen Euro Steuern zahle.

Müller will Scholz unterstützen

Müller erwartet, dass die deutsche Ratspräsidentschaft ab 1. Juli sich für eine Besteuerung solcher Krisengewinner einsetzt. Es sei jedenfalls nicht so, dass die Kosten für die Corona-Hilfspakete „dem einfachen Bürger aus der Tasche gezogen werden müssen“. Müller sagte dem BR außerdem, er unterstütze Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) darin, eine echte Finanztransaktionssteuer in Europa umzusetzen. So könnten 100 Milliarden Euro für den EU-Haushalt eingenommen werden. Aktuell fehle dazu aber „der politische Wille“, sagte er.

RND/epd