Sonntag , 20. September 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: imago images/IPON

Merkel: Über Verhältnis zu USA “grundsätzlich nachdenken”

Angela Merkel hat sich in einem Interview zum geplanten US-Truppenabzug geäußert. Sie betonte den Wert des transnationalen Verteidigungsbündnisses. Das zukünftige Verhältnis zu den USA betrachtete sie aber kritisch.

findet, dass die USA mit dem Truppenabzug aus Deutschland auch eigenen Interessen schaden. “Amerikanische Truppen in Deutschland dienen sowohl dem Schutz Deutschlands und des europäischen Teils der Nato als auch den Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika”, sagte sie in einem Interview der “Süddeutschen Zeitung” und einiger anderer europäischer Medien.

Verteidigungsetat anheben

Merkel bekräftigte, dass Deutschland seinen Verteidigungsetat anheben müsse. “In Deutschland wissen wir, dass wir mehr für die Verteidigung ausgeben müssen, und haben dazu in den letzten Jahren erhebliche Steigerungen erreicht und werden das für unsere militärischen Fähigkeiten weiter betreiben”, sagte sie.

Für eine transatlantische Verteidigungsgemeinschaft gebe es “überragende Gründe”. Allerdings könnte sich das Verhältnis zu den USA in Zukunft ändern.

“Wir sind aufgewachsen in der Gewissheit, dass die USA Weltmacht sein wollen. Wenn sich die USA nun aus freiem Willen aus der Rolle verabschieden sollten, müssten wir sehr grundsätzlich nachdenken”, sagte Merkel.

Truppenabzug nach Polen

US-Präsident Trump hatte am Montag angekündigt, etwa 9500 US-Soldaten von Deutschland nach Polen zu versetzen, weil Deutschland seinen Verpflichtungen aus dem Nato-Abkommen nicht nachkomme. Damit würde sich die Truppenstärke in Deutschland auf 25.000 US-Soldaten reduzieren.

lhen/RND