Montag , 28. September 2020
Bournemouth: Trotz Corona-Pandemie sind Zehntausende Briten an die Küsten im Süden ihres Landes gestürmt. Quelle: Andrew Matthews/PA Wire/dpa

Überfüllte Strände: Johnson warnt vor neuer Corona-Welle

In Europa hat Großbritannien die höchste Zahl an Corona-Fällen. Das hat Zehntausende Menschen aber nicht davon abgehalten, an den ersten warmen Sonnentagen die Strände zu fluten. Der britische Premier warnte nun vor einem Wiederanstieg der Infektionen und verwies auf andere Länder – ohne Beispiele zu nennen.

London. Der britische Premier Boris Johnson hat sich zu den Menschenmassen geäußert, die sich ungeachtet der Abstandsregelungen am Donnerstag an den Stränden von Bournemouth tummelten. Das Verhalten könne Großbritannien in der Corona-Krise weit zurückwerfen, sagte er.

Er verwies auf andere Länder, in denen die Infektionszahlen angestiegen waren, sobald der Lockdown aufgehoben wurde. “In einigen Ländern – ich werde aber keine Beispiele nennen – gab es einen sehr ernsthaften Wiederanstieg an Infektionen”, sagte er der BBC. “Daher ist es entscheidend, dass die Menschen verstehen, dass wir bis zum 4. Juli warten müssen, die Lockerungen Schritt für Schritt durchsetzen und uns der Risiken bewusst sind.”

Gerade junge Menschen wären wohl zu glauben geneigt, dass sie sich nicht anstecken können. Aber gerade dieses Verhalten könne ältere Menschen töten, sagte Johnson.

Gesundheitsminister droht mit Schließung von Stränden

Ohne Rücksicht auf Abstandsregelungen tummelten sich die Menschen zum Sonnenbaden. Vor allem die Bilder vom Strand in Bournemouth an der Südküste des Landes gingen durch die Medien. Dabei gilt in Großbritannien eigentlich noch die höchste Alarmstufe, erst für den 4. Juli hatte Boris Johnson Lockerungen angekündigt: Kinos, Hotels und Restaurants sollen dann wieder öffnen dürfen.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock drohte derweil mit der Schließung von Stränden. “Das Letzte, was die Leute wollen, ist, dass das Virus wiederkommt”, sagte Hancock dem Sender TalkRadio. Die Vorschriften zur sozialen Distanz müssten eingehalten und eine zweite Pandemie-Welle verhindert werden. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, dann werde die Regierung handeln. “Wir dürfen nicht rückwärts gehen. (…) Wir müssen diese Krankheit stoppen.”

RND/lhen/dpa