Freitag , 18. September 2020
Teilnehmer einer Kundgebung von Rechtsextremisten in Dortmund (Symbolfoto).

“Revolution Chemnitz”: Haftstrafen für mutmaßliche Mitläufer

Sechs Männer sind wegen eines Überfalls in Chemnitz zu Haftstrafen von bis zu einem Jahr verurteilt worden. Sie sollen im September 2018 als Mitläufer der rechtsextremen Terrorgruppe „Revolution Chemnitz“ Jugendliche und Flüchtlinge attackiert haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Chemnitz. Sechs mutmaßliche Mitläufer der rechtsextremen Terrorvereinigung „Revolution Chemnitz“ sind zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten und einem Jahr verurteilt worden. Das Amtsgericht Chemnitz verhängte die Strafen am Freitag wegen Landfriedensbruchs. Eine Bewährung sei nicht infrage gekommen, weil das Gericht nicht gewillt sei, dass wieder Angst und Schrecken verbreitet würden, begründete der Vorsitzende Richter die Entscheidung.

Nach Überzeugung des Gerichts waren die Männer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren Mitte September 2018 an einem Überfall auf Parkbesucher in Chemnitz beteiligt. Zuvor hatten sie an einer Demonstration der rechtsextremen Vereinigung Pro Chemnitz teilgenommen. Bei der Attacke auf Flüchtlinge und eine Gruppe von Jugendlichen sollen sie mit Schlaghandschuhen und Flaschen bewaffnet gewesen sein.

Hohe Haftstrafen für Mitglieder von “Revolution Chemnitz”

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte Freisprüche beantragt und will prüfen, ob sie Rechtsmittel einlegt.

Im März hatte das Oberlandesgericht Dresden acht Angeklagte der rechtsextremen “Revolution Chemnitz” zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und drei Monaten bis zu fünfeinhalb Jahren verurteilt. Sie sollen auch bei dieser Attacke dabei gewesen sein.

RND/dpa