Freitag , 25. September 2020
BKA-Beamte hatten im Juni 2018 bei den mutmaßlichen Rizin-Bombenbauern von Köln eine große Menge Gift und Sprengstoff gefunden. Es hätte rein rechnerisch für 13.500 Todesopfer gereicht.

Terrorpläne mit Rizin: Kölner Islamistin zu acht Jahren Haft verurteilt

Eine 44-jährige Kölnerin und ihr Ehemann hatten einen Bombenanschlag mit dem hochgiftigen Rizin geplant. Dafür ist die deutsche Islamistin nun zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Laut Gutachten hätte ein Terrorakt 200 Menschen das Leben gekostet.

Düsseldorf. Für den geplanten Terroranschlag mit dem hochgiftigen Rizin ist eine Kölner Islamistin zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach die zum Islam konvertierte 44-jährige Deutsche am Freitag schuldig, den ersten Bombenanschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland mit ihrem Mann geplant und vorbereitet zu haben.

Ihr Ehemann war vom Gericht bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die siebenfache Mutter habe sich die radikalislamische Ideologie der Terrororganisation Islamischer Staat zu eigen gemacht.

Gutachten: Bis zu 200 Menschen wären getötet worden

Die Bundesanwaltschaft hatte neun Jahre Haft für die Frau beantragt, die Verteidiger eine Bewährungsstrafe. Sie habe von einem Anschlagsplan nichts gewusst und auch keinen vorbereitet.

Die beschaffte Menge an Rizinus-Samen hätte rechnerisch für 13.500 Tote genügt. Tatsächlich wären durch die Verbreitung des Gifts mit einer Streubombe mit Stahlkugeln laut Gutachten bis zu 200 Menschen getötet worden. Das Paar war im Juni 2018 festgenommen worden.

RND/dpa