Freitag , 30. Oktober 2020
Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) legt einen Mundschutz an. Quelle: Oliver Dietze/dpa

Weitere Bundesländer wollen keine Reisenden aus Corona-Gebieten

Die Reisefreiheiten für Personen aus einem Corona-Risikogebiet werden weiter eingeschränkt. Auch das Saarland, Brandenburg und Hamburg haben nun ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots beschlossen. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans spricht sich für eine bundesweit einheitliche Regelung aus.

Saarbrücken. Das Saarland hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner kämen, teilte der Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit.

Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des saarländischen Ministerrates am Donnerstagabend gefallen. Die neue Regelung tritt am 29. Juni in Kraft.

Ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Corona-Risikogebieten hat zudem auch Brandenburg beschlossen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa verständigte sich das Kabinett am Freitag auf ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte zuvor darüber berichtet.

Beherbergungsverbot ab Mittwoch auch in Hamburg

Nachgezogen hat überdies am Freitagnachmittag auch Hamburg. Für Besucher aus deutschen Corona-Hotspots wie dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen gilt ab kommender Woche ein Beherbergungsverbot in der Hansestadt. Eine entsprechende Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung werde der Senat am Dienstag beschließen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Regelung tritt dann am Mittwoch in der kommenden Wochen in Kraft.

Dann dürfen Menschen, die aus Kommunen nach Hamburg kommen, in denen die von Bund und Ländern vereinbarte Höchstgrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten ist, nicht mehr in der Stadt beherbergt werden. Ausgenommen seien Personen mit negativem Corona-Test.

Heimkehrer müssen in Quarantäne

Zugleich müssen sich Hamburger, die aus deutschen Corona-Hotspots heimkehren, dann bei den Behörden melden und in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben, solange sie nicht nachweisen können, nicht infiziert zu sein. Diese Regelung galt bisher ausschließlich für Einreisende aus dem Ausland, die sich zuvor zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) eingestuften Risikogebiet aufgehalten haben.

Mehrere andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen, Hintergrund der Debatte war der jüngste Corona-Ausbruch im Raum Gütersloh.

Hans fordert einheitliches Verfahren

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) macht sich beim Umgang mit Reisenden aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen für eine “bundesweit einheitliche Verfahrensweise” stark.

Am Mittwoch hatte er sich deswegen an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU), gewandt. Ein “Flickenteppich verschiedener Regelungen” müsse vermieden werden, so Hans.

RND/dpa