Samstag , 31. Oktober 2020
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister. (Archivbild) Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/

Mehr als 500 Milliarden Euro: Deutschland stockt Hilfe für WHO auf

Die WHO war in der Coronakrise unter starken Druck seitens der USA geraten, die schließlich die Zusammenarbeit beendeten. Deutschland dagegen stockt seine finanzielle Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation auf. “Wir stehen zusammen, um globale Gesundheitsprobleme zu bekämpfen”, sagte Gesundheitsminister Spahn dazu.

Genf. Deutschland wird in der Coronakrise seine finanzielle Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in diesem Jahr auf mehr als 500 Millionen Euro aufstocken. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag bei einem Besuch in Genf an. “Das ist der höchste Betrag, den Deutschland je in einem Jahr an die WHO gezahlt hat”, sagte Spahn.

Zusätzlich zu den von Deutschland zur Eindämmung des Coronavirus bereits zugesagten rund 110 Millionen Euro würden der WHO 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese Unterstützung müsse vom Parlament noch genehmigt werden, aber die Regierung sei sehr zuversichtlich, dass das Anfang Juli passiere, erklärte Spahn.

Außerdem würden weitere 41 Millionen Euro für die Hauptaufgaben der WHO gezahlt. Auch würden Masken und medizinisches Gerät wie Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt. Das sei als ein starkes Zeichen der internationalen Solidarität zu verstehen.

Spahn: “Wir stehen zusammen”

“Wir stehen zusammen, um globale Gesundheitsprobleme zu bekämpfen”, sagte Spahn. Nationale Alleingänge bei internationalen Problemen seien zum Scheitern verurteilt. Generell bleibe Deutschland ein starker Unterstützer und kritischer Freund der Organisation.

Die WHO war in der Coronakrise unter starken Druck seitens der USA geraten. US-Präsident Donald Trump hatte ihr vorgeworfen, zu spät über die Gefahr informiert zu haben und unter chinesischem Einfluss zu stehen. Die USA haben die Zusammenarbeit mit der WHO jüngst beendet und wollen ihre Beiträge in andere globale Gesundheitsprojekte stecken.

RND/dpa