Freitag , 30. Oktober 2020
Abiturienten gehen in einem Gymnasium kurz vor Beginn des Abiturs im Fach Deutsch zu ihrem Prüfungsraum (Archivfoto). Quelle: Felix Kästle/dpa

Trotz Corona-Krise: Bestes Abitur in Berlin seit Langem

Wochenlang waren die Schulen wegen der Corona-Krise geschlossen, auch die Abiturprüfungen liefen in diesem Jahr anders ab als sonst. Und so gab es vielfach die Befürchtung, dass die Noten entsprechend auch schlechter ausfallen würden. In Berlin war dies nicht der Fall.

Berlin. Trotz wochenlanger Schulschließungen und besonderer Umstände bei den Prüfungen wegen der Corona-Pandemie haben Berlins Schüler das beste Abitur seit Langem abgelegt. Der Abiturdurchschnitt lag bei 2,3 – nach neun Jahren mit einem Durchschnittswert von 2,4.

Das teilte die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag auf Basis einer Schnellauswertung der Daten mit.

Demnach stieg der Anteil derjenigen, die die Reifeprüfung bestanden: Das war bei 96,7 Prozent der rund 14.000 Abiturienten der Fall; 2019 waren 95,4 Prozent durchgekommen. Von den Schülern, deren Herkunft- oder Familiensprache nicht Deutsch ist, kamen 94,1 Prozent durch das Abitur – das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr.

Zudem bemerkenswert: Die Abi-Traumnote 1,0 erreichten in diesem Jahr 2,5 Prozent der Abiturienten, nach 2,1 Prozent im Jahr 2019. Auf einen Notendurchschnitt von 1,1 kamen 1,6 Prozent der Absolventen (2019: 1,2 Prozent). Das beste Abitur wurde mit 892 Punkten abgelegt. Die Schülerinnen schnitten mit einem Notendurchschnitt von 2,27 etwas besser ab als ihre männlichen Klassenkameraden mit 2,42.

Scheeres erklärte, die Berliner Abiturientinnen und Abiturienten hätten die schwierige Situation wegen Corona hervorragend gemeistert: “Sie können wirklich stolz auf sich sein.” Dank gelte auch den Schulleitern, Oberstufenkoordinatoren und Lehrern, die in diesem Jahr die Prüfungen unter Einhaltung aufwendiger Infektionsschutzmaßnahmen möglich gemacht hätten.

Abiturienten waren zuerst an Schulen zurückgekehrt

Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie und Prüfungsvorbereitungen zu Hause waren die Abiturienten am 20. April als erste wieder in die Schulen zurückgekehrt, um ihre schriftlichen und mündlichen Prüfungen abzulegen. Dabei galten – wie im weiteren Verlauf des Schuljahrs für alle anderen Schüler auch – besondere Abstands- und Hygieneregeln.

Dieses Vorgehen war seinerzeit hochumstritten, der Landesschülerrat hatte ebenso wie Elternvertreter dagegen Front gemacht und ein Abitur ohne Prüfungen gefordert. Scheeres hatte das abgelehnt und auf die Notwendigkeit eines einheitlichen Vorgehens aller Bundesländer in der Frage verwiesen. Andernfalls bestand aus ihrer Sicht die Gefahr, dass andere Länder das Berliner Abitur nicht anerkennen.

RND/dpa