Dienstag , 20. Oktober 2020
Hannelore Kraft (SPD), ehemalige Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, kommt in das Plenum des Landtags. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Loveparade 2010: Hannelore Kraft bittet Opfer um Vergebung

Der Prozess um die Loveparade-Katastrophe wurde im Mai ohne Urteil eingestellt. Jetzt bat Hannelore Kraft, die zum Zeitpunkt der Tragödie NRW-Ministerpräsidentin war, Opfer und Hinterbliebene dafür um Vergebung. Es war ihre erste Rede im Düsseldorfer Parlament seit ihrer Wahlniederlage.

Düsseldorf. Zum zehnten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe in Duisburg hat Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) die Opfer und Hinterbliebenen um Vergebung gebeten, dass für die Tragödie juristisch niemand belangt worden ist.

“Die Loveparade-Katastrophe ist eine offene Wunde am Herzen der Stadt und des Landes”, sagte Kraft am Donnerstag in einer bewegenden Rede im Landtag. Es war Krafts erste Rede im Plenum seit ihrer Wahlniederlage 2017.

Mit gebrochener Stimme zählte sie in der Erinnerungsdebatte die Vornamen und das Alter aller Todesopfer auf.

21 Tote und Hunderte Verletzte

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 starben in Duisburg 21 Menschen im Gedränge, 650 Menschen wurden verletzt. Dass der Prozess um das Unglück im Mai ohne Urteil beendet worden sei, sei für die Angehörigen “schwer zu ertragen”, sagte Kraft.

Kraft bekam im Plenum Applaus, als die FDP daran erinnerte, dass die einstige Regierungschefin den Hinterbliebenen nach der Katastrophe mitfühlend und aufrichtig Trost gespendet habe.

Kraft war zum Zeitpunkt des Loveparade-Unglücks erst wenige Tage Ministerpräsidentin.

RND/dpa