Samstag , 26. September 2020
Ein sogenanntes PAC-3-Abwehrsystem steht vor dem japanischen Verteidigungsministerium in Tokio bereit.

Kosten zu hoch: Japan verzichtet auf US-Raketenabwehr

Zwei US-Raketenabwehrsysteme sollten Japan gegen eine mögliche Bedrohung durch Nordkorea absichern. Weil die Kosten des Projektes immer weiter anstiegen, will Japan jetzt von den Verträgen zurücktreten. Bislang sind Verträge für knapp die Hälfte des Preises schon unterzeichnet und teilweise auch bezahlt.

Tokio. Japan verzichtet auf die Aufstellung zweier US-Raketenabwehrsysteme.

Nachdem der nationale Sicherheitsrat den Schritt bestätigt habe, müsse die Regierung jetzt mit den USA über die Bezahlung und die bereits unterzeichneten Verträge für zwei landgestützte Anlagen vom Typ Aegis verhandeln, sagte Verteidigungsminister Taro Kono am Donnerstag.

Über eine Modernisierung der bestehenden Raketenabwehr dürfte Japan im Laufe des Jahres entscheiden.

Die beiden Aegis-Systeme sollten in Yamaguchi im Süden und Akita im Norden stationiert werden und ganz Japan gegen eine mögliche Bedrohung aus Nordkorea sichern.

Kono sagte jedoch, für die Sicherheit eines der beiden Standorte müsse die Anlage umgestaltet werden, was zu teuer und zu langwierig sei. Deshalb verzichte Japan auf die Systeme.

Verträge teilweise schon bezahlt

Das auf 30 Jahre angelegte Projekt war ohnehin von Rückschlägen verfolgt. Die geschätzten Gesamtkosten stiegen auf 450 Milliarden Yen (rund 3,75 Milliarden Euro). Bislang sind Verträge für knapp die Hälfte des Preises unterzeichnet und teilweise auch schon bezahlt worden.

RND/AP