Donnerstag , 24. September 2020
Die Corona-Warn-App verschickt seit Mittwoch erste Warnungen an ihre Nutzer. Quelle: imago images/Rüdiger Wölk

Corona-Warn-App verschickt erste Warnungen an Nutzer

Seit einer Woche ist die deutsche Corona-Warn-App verfügbar. Nun haben erste positiv getestete Nutzer ihre Tests registrieren lassen. Die Downloadzahl hat unterdessen einen wichtigen Schwellenwert überschritten.

Die Corona-Warn-App ist aktiv: Erstmals werden Warnungen an Nutzer verschickt, deren Infektionsrisiko als erhöht eingestuft wird. Wie auf der Entwicklerplattform Github einzusehen ist, ist ein erster Satz von 503 Schlüsseln seit Dienstag abrufbar. Die Zeichenfolgen sind automatisch generiert und geben keinen Aufschluss über den jeweiligen Nutzer.

Für mehr Sicherheit wurde der Datensatz erst nach einer Ermittlung von 140 Schlüsseln veröffentlicht. Aus Datenschutzgründen wurden zudem zahlreiche falsche Schlüssel zur Liste hinzugefügt, wie der SAP-Entwickler Malte Janduda auf Twitter mitteilte.

Corona-Warn-App: Schon mehr als 12 Millionen Downloads

Wie viele positiv getestete App-Nutzer sich tatsächlich registriert haben, darüber gibt die Liste keinen Aufschluss. Auch wie viele Menschen eine Warnung erhalten, ist nicht bekannt. Darin werden die Nutzer gebeten, ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren. Die Kosten für einen Test sollen im Anschluss von den Krankenkassen übernommen werden.

Unterdessen hat das Robert-Koch-Institut die neusten Downloadzahlen veröffentlicht. Am Mittwochvormittag wurde die App insgesamt 12,6 Millionen Mal heruntergeladen. Somit dürften rund 15 Prozent der Deutschen die Anwendung auf ihrem Smartphone installiert haben. Eine Simulation der Oxford-Universität zeigt, dass die App ab diesem Schwellenwert anfängt zu wirken, wie die Wissenschaftlerin Lucie Abeler-Dörner im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” bestätigte. “Dann können Infektionsketten unterbrochen und Ansteckungen verhindert werden.”

Die App, die von SAP und der Telekom entwickelt wurde, beruht auf Freiwilligkeit und ist kostenlos verfügbar. Die App könne laut Robert-Koch-Institut einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten und die zentrale Arbeit der Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Kontakten unterstützen. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert laufe sie auf etwa 85 Prozent aller in Deutschland genutzten Smartphones. Potenzielle Nutzer kritisierten allerdings, dass vor allem ältere Apple-Geräte wie das iPhone 6 von der Nutzung ausgeschlossen sind.

RND/mkr