Sonntag , 27. September 2020
Friedhofsmitarbeiter in Schutzanzügen schaufeln Erde auf einen Sarg während einer Beerdigung auf dem Friedhof Vila Formosa inmitten der Corona-Pandemie. Quelle: Lincon Zarbietti/dpa

Corona-Krise: Mehr als 100.000 Tote in Lateinamerika

Die Pandemie fordert weltweit nach wie vor Todesopfer. In Lateinamerika ist die Zahl der Menschen, die an dem Coronavirus gestorben sind, zuletzt sprunghaft angestiegen. Dabei verzeichnet besonders ein Land viele Todesfälle.

Berlin, São Paulo. In Lateinamerika ist die Zahl der Corona-Toten auf über 100.000 gesprungen. Mehr als die Hälfte der Todesfälle meldet dabei Brasilien, wie das Internetportal UOL am Dienstagabend (Ortszeit) berichtete. In dem südamerikanischen Land waren allein innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden 1.364 Tote bestätigt worden – eine der höchsten Zahlen der vergangenen Wochen.

Auch Peru ist mit mehr als 8.000 Corona-Toten und mehr als 260.000 Infizierten besonders von der Pandemie betroffen. In dem Andenland gilt seit 100 Tagen einer der schärfsten Lockdowns auf dem Kontinent.

Dunkelziffer der Corona-Infektionen wird deutlich höher geschätzt

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte sich besorgt über die weiter steigenden Zahlen in Lateinamerika. Offiziellen Angaben zufolge sind auf dem Kontinent rund 2,6 Millionen Corona-Infektionen bestätigt. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen, denn die Testkapazitäten sind in den meisten Ländern sehr gering. Brasilien ist nach den USA das Land, das weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen ist.

Trotz der dramatischen Situation verharmlost Präsident Jair Bolsonaro weiter die Pandemie und fordert die Regionalregierungen auf, Ausgangsbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen zu beenden. Der WHO hat er “überzogene Maßnahmen” im Kampf gegen die Pandemie vorgeworfen.

RND/epd