Sonntag , 25. Oktober 2020
US-Präsident Donald Trump will 10.000 US-Soldaten aus Deutschland verlegen. (Symbolbild) Quelle: Nicolas Armer/dpa

US-Truppenabzug aus Deutschland: Zeitpunkt steht noch nicht fest

US-Präsident Donald Trump will 10.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Wohin die Militärs verlegt werden sollen steht allerdings noch nicht fest. Das US-Verteidigungsministerium prüft derzeit mehrere Optionen. Dadurch zieht sich der geplante Abzug in die Länge.

Washington. Der Abzug der US-Truppen aus Deutschland könnte sich in die Länge ziehen. Das US-Verteidigungsministerium erwäge mehrere Optionen, wie der von Präsident Donald Trump angeordnete Abzug von rund 10.000 Soldaten umgesetzt werden könne, sagte ein Vertreter der Regierung Journalisten in einem Briefing. Es sei voreilig, einen Zeitpunkt zu nennen.

Eine endgültige Entscheidung, wo die Soldaten hinkommen sollen, gebe es noch nicht, verlautete es aus Regierungskreisen. Das Thema dürfte bei einem Gespräch zwischen Trump und dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda am Mittwoch zur Sprache kommen. Etwa 1000 Soldaten könnten nach Polen versetzt werden. Ihre Verlegung sei aber eine komplexe logistische Herausforderung und werde nicht schnell vonstatten gehen.

Corona-Krise erschwert Verlegung der US-Truppen

Das Pentagon kann Soldaten in Notfällen zwar schnell in großer Zahl in Bewegung versetzen, ein dauerhafter Transfer der Truppen erfordert aber einiges an Vorarbeit. Unter anderem müssen für Familien neue Häuser, Arbeitsplätze für die Partner der Soldatinnen und Soldaten sowie Schulen für Kinder gefunden werden. Die Coronavirus-Pandemie erschwert diese Organisation weiter.

In Deutschland sind etwa 35.000 Soldaten stationiert, Trump will die Zahl auf etwa 25.000 verringern. Der US-Präsident begründete das damit, dass Deutschland die anvisierten Ziele der Verteidigungsausgaben für die Nato nicht erreicht.

RND/AP