Dienstag , 22. September 2020
Sawsan Chebli, Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement in Berlin. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Sawsan Chebli rät zu Klagen gegen rassistische Beleidigungen

Die SPD-Politikerin Sawsan Chebli wird regelmäßig rassistisch beleidigt. Sie rät zum juristischen Kampf gegen solche Hassatttacken, man dürfe vor Rassisten nicht kapitulieren. Sie habe mehrmals erlebt, dass Verurteilte am Ende des Prozesses Reue zeigten.

Berlin. Die Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei, Sawsan Chebli, plädiert dafür, sich gegen rassistische Beleidigungen juristisch zu wehren. „Es lohnt sich“, sagte die SPD-Politikerin am Dienstagabend auf „Spiegel Online“ in einem Gespräch mit dem Journalisten Markus Feldenkirchen. „Ich habe auch Reaktionen bekommen, wenn ich gewonnen habe, dass die gesagt haben: „Es tut mir total leid im Nachhinein“.“

Einige hätten gemerkt, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden könnten. „Das hat ja Konsequenzen“, sagte Chebli. „Du bist dann eine Person, die nicht mehr im Hintergrund agiert. Das hat Auswirkungen auf die Familie, auf den Job, du musst Geld zahlen. Zweimal mindestens haben mir die Leute gesagt, wenn sie es rückgängig machen könnten, würden sie es rückgängig machen.“

Chebli wird immer wieder Ziel von Hassattacken

Chebli, gebürtige Berlinerin und Staatssekretärin für Bürgerliches Engagement, hat palästinensische Wurzeln und erhebt immer wieder ihre Stimme gegen Rassismus, Hass, Intoleranz und für eine offene Gesellschaft. Insbesondere in den sozialen Medien wird sie deshalb regelmäßig angegriffen und beleidigt.

“Ich habe inzwischen Polizeischutz, inzwischen ist die Bedrohungslage so groß, dass ich nicht mehr frei sein kann”, sagte sie. “Wenn die meinen, dass die Reaktion darauf ist, dass man keine Anzeigen stellt, dann haben wir kapituliert vor diesen Rassistinnen und Rassisten. Das ist total wichtig, und ich kann nur jeden ermuntern, es zu machen.”

RND/dpa