Donnerstag , 1. Oktober 2020
Jair Bolsonaro (M), Präsident von Brasilien, nimmt an einer Veranstaltung in Brasilia teil. Die Verfügung eines Gerichts verpflichtet Brasiliens Präsidenten Bolsonaro, in öffentlichen Räumen, Verkehrmitteln und Geschäften im Hauptstadtbezirk Brasília eine Schutzmaske zu tragen. Quelle: Marcos Corrêa/Palacio do Planal

Gericht in Brasilien verdonnert Bolsonaro zum Tragen einer Maske

Immer wieder hat Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro die Corona-Pandemie heruntergespielt und verharmlost. Auch an die Maskenpflicht fühlte er sich bislang im Hauptstadtbezirk Brasília offenbar nicht gebunden. Nun verdonnert ihn ein Gericht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Räumen und Geschäften.

Brasília. Die Verfügung eines Gerichts verpflichtet Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro, in öffentlichen Räumen, Verkehrmitteln und Geschäften im Hauptstadtbezirk Brasília eine Schutzmaske zu tragen. Eine Zuwiderhandlung wird übereinstimmenden brasilianischen Medienberichten vom Dienstag zufolge mit einer Strafe von 2000 Reais (340 Euro) am Tag geahndet.

Die Maskenpflicht gilt demnach auch für Angestellte im öffentlichen Dienst. Die Justiz folgt damit einer Zivilklage, die ein Anwalt aus der Hauptstadt eingereicht hat. Im Hauptstadtdistrikt ist nach einem Dekret des Gouverneurs Ibaneis Rocha das Tragen von Masken in der Corona-Pandemie verpflichtend.

“Das Verhalten des Präsidenten der Republik, Jair Messias Bolsonaro, zeigt die klare Absicht, die von der Regierung des Hauptstadtdistrikts auferlegten Regeln zu brechen”, zitierte das Portal “G1” aus der Begründung des Gerichts.

Der rechtspopulistische Politiker verharmloste das Coronavirus und lehnte Schutzmaßnahmen ab. Bolsonaro zeigte sich bei diversen Gelegenheiten ohne Maske, löste Menschenansammlungen aus und machte Selfies mit Fans. Am Sonntag vergangener Woche war der damalige Bildungsminister Abraham Weintraub wegen der Teilnahme an einer Demonstration von Regierungsanhängern in Brasília ohne Maske zur Zahlung von 2000 Reais verdonnert worden.

RND/dpa