Dienstag , 29. September 2020
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. Quelle: Federico Gambarini/dpa

Corona-Ausbruch bei Tönnies: Lockdown auch in Kreis Warendorf

Der Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies hat weitere Konsequenzen in Nordrhein-Westfalen. Nach dem Lockdown für den Kreis Gütersloh trifft es nun einen weiteren. Auch im Nachbarkreis Warendorf werden die Corona-Beschränkungen verschärft.

Düsseldorf. Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies schränken die NRW-Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh und auch im Nachbarkreis Warendorf massiv ein. Im öffentlichen Raum dürfen sich die Bewohner eine Woche lang nur noch mit Personen des eigenen Hausstands bewegen oder zu zweit.

Außerdem werden Museen, Kinos, Fitnessstudios, Hallenschwimmbäder und Bars geschlossen, wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag mitteilte. Der Kreis Warendorf werde von Donnerstag an zudem alle Schulen und Kitas schließen – in Gütersloh sind sie bereits zu.

Grund für den Schritt ist der Corona-Massenausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies. Beim Schlachtbetrieb des Marktführers im westfälischen Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh hatten sich mehr als 1550 Beschäftigte nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Viele von ihnen leben im Nachbarkreis Warendorf – deshalb war auch dort am Dienstag ein wichtiger Schwellenwert für Neuinfektionen überschritten worden.

Laumann begründete den Lockdown für den kompletten Kreis Warendorf unter anderem mit den Bewegungen der Bewohner: “Man kann das nicht dorfscharf machen. Das gesellschaftliche Leben orientiert sich nicht an Dorfgrenzen”, sagte Laumann. Zudem habe die 7-Tages-Inzidenz den Wert von 50 überschritten. “Darauf guckt auch Deutschland. Darauf guckt auch das Ausland. Und ich finde, wenn man das abgemacht hat, muss man sich auch dran halten”, so Laumann.

Lockdown gilt zunächst für eine Woche

Wenige Stunden zuvor hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) noch angekündigt, die Einschränkungen für den Kreis Warendorf würden “nicht flächendeckend” sein, sondern nur für Orte gelten, die an den Kreis Gütersloh grenzen. Auch Warendorfs Landrat Olaf Gericke (CDU) hatte noch am Morgen betont, ein Lockdown im Kreis sei nicht nötig.

Der Lockdown gilt zunächst für eine Woche. Bis zum 30. Juni erwartet die Landesregierung Klarheit, inwieweit sich das Virus womöglich auch bei Menschen, die nicht bei Tönnies arbeiten, ausgebreitet hat.

Laumann bat die betroffenen Bewohner der Kreise um Verständnis. “Ohne die Maßnahmen wären die Belastungen am Ende womöglich um ein Vielfaches höher – in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, in den benachbarten Kreisen und Städten sowie in den anderen Teilen unseres Landes”, sagte er.

RND/dpa