Freitag , 25. September 2020
Bekommt in der Corona-Krise viel Widerspruch von Experten: US-Präsident Donald Trump. Quelle: imago images/Xinhua

Corona-Fälle in USA steigen drastisch – Trump: Nur wegen der vielen Tests

Derzeit werden in den USA wieder fast so viele Neuinfektionen pro Tag gemeldet wie am Höhepunkt der Corona-Krise. US-Präsident Donald Trump sagt erneut, das hänge mit der Zunahme von Tests zusammen. Viele renommierte Experten weisen diese Annahme entschieden zurück.

Washington. US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der jüngsten Zunahme bekannter Coronavirus-Infektionen in den USA heruntergespielt. Es gebe mehr Fälle, weil in den USA so viele Tests durchgeführt würden, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. “Mit weniger Tests hätten wir weniger Fälle”, schrieb er.

Die meisten renommierten Experten weisen Trumps Erklärung, wonach die Zunahme der Infektionen vor allem durch eine Zunahme an Tests begründet sein soll, jedoch zurück. In mehreren Bundesstaaten, darunter etwa Texas, Florida und Kalifornien, stieg die Zahl bekannter Infektionen zuletzt rasch an. Derzeit werden in den USA rund 30.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet – fast so viel wie am Höhepunkt der Corona-Krise im April. Viele Experten machen die Lockerung der Corona-Beschränkungen für die Zunahme verantwortlich.

Trump glaubt, das Coronavirus verschwinde allmählich

Trump hatte sich bereits am Samstag dafür ausgesprochen, weniger im Land zu testen, um weniger Corona-Fälle zu haben. Später bezeichnete er das aber als Scherz. Trump wirbt für eine rasche Wiedereröffnung der Wirtschaft und will – wohl auch mit Blick auf die Wahl im November – eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität. Seiner Darstellung nach ist das Coronavirus dabei, nach und nach aus den USA zu verschwinden.

Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen Fälle sind bekannt, mehr als 120.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

RND/dpa